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Hier finden Sie verschiedene Beiträge aus unseren breit gefächerten Aufgaben- und Tätigkeitsfeldern: Interessantes, Wissenswertes, Kurioses und sicherlich die ein oder andere Überraschung aus dem Alltag der Badischen Landesbibliothek. Auch Themen, von denen die BLB als Institution betroffen ist, werden aufgegriffen, kommuniziert und kommentiert.

Recherchieren und arbeiten Sie zu Beständen der Badischen Landesbibliothek? Haben Sie einen interessanten Artikel, den Sie uns vorschlagen möchten? Wir freuen uns über Ihre Nachrichten, Anmerkungen und Fragen zu den Blogbeiträgen.
Kontakt: Dr. Michael Fischer

ISSN 2751-9031

 

Jacques-Louis David

Ein sterbender Mann liegt halb aufgerichtet in einer Badewanne. Sein Kopf ist zur Seite geneigt, in der rechten Hand hält er einen Brief, in der linken eine Feder. Neben der Wanne steht ein einfacher Holztisch mit Schreibutensilien.

Abb. 1: Jacques-Louis David, Der Tod des Marat, 165 x 125 cm, Öl auf Leinwand, Königliches Museen der Schönen Künste, Brüssel, Inv.-Nr.: 3260. Quelle: Wikipedia.

Maria Ostritz, 11.2.2026

DOI: https://doi.org/10.58019/FSK3-3G39

Kaum ein Künstler vereinte Kunst und Politik wie Jacques-Louis David (1748–1825). Der Tod des Marat, sein wohl berühmtestes Bild, das er mit unübersehbaren Großbuchstaben „À MARAT, DAVID.“ signierte, macht dies deutlich. Den radikalen Jakobiner und Publizisten Jean-Paul Marat, der von Charlotte Corday in der Badewanne erstochen wurde, zeigt David in dem Gemälde mit der idealisierten Körperlichkeit eines klassischen Helden und nach innen gekehrtem Gesichtsausdruck. Und das, obwohl Marat durch eine Hautkrankheit entstellt war. Das Badezimmer, in dem Marat verstarb, verwandelt David in eine monumentale Grabstätte: Der Turban, den Marat trägt, wird zum Leichentuch, die mit Bettlaken ausgelegte Badewanne und der mit einer grünen Wolldecke bedeckte Tisch gleichen einem Sarg mit Deckel. Die Einstichwunde unterhalb des Schlüsselbeins macht deutlich, dass Marat tot ist, und doch hält der Tote den Brief seiner Mörderin so in der Hand, als wäre er noch am Leben. Mit diesem Gemälde erklärte David seinen Freund Marat zum Märtyrer der Republik, eine Inszenierung, die sich tief in unser kulturelles Gedächtnis eingeprägt hat.

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Hans Thoma III: Ella Thoma

Schwarzweiß Porträt-Fotografie des Malers Hans Thoma.

Hans Thoma, Karlsruhe, o.D., Fotograf: E. Hardock, Badische Landesbibliothek, K 3077,2

Undine Remmes, 26.1.2026

DOI: https://doi.org/10.58019/rerf-8b92

Seit dem Abschluss des Digitalisierungsprojekts im Frühjahr 2025 steht der Karlsruher Bestand des schriftlichen Nachlasses Hans Thoma vollständig erschlossen und digital zugänglich zur Verfügung. Die virtuelle Zusammenführung der Materialien aus der Badischen Landesbibliothek und der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe erleichtert nicht nur die Nutzung, sondern lässt auch die Struktur und die Lücken des überlieferten Materials hervortreten. Die systematische Erfassung, Digitalisierung und maschinelle Texterkennung haben den Bestand technisch erschlossen und zugleich die Struktur des Materials deutlicher sichtbar gemacht. Die vorausgehenden Beiträge (Teil I und Teil II) vermitteln weiterführende Informationen zu den Hintergründen des Digitalisierungsprojekts an der Badischen Landesbibliothek und konnten zeigen, dass es sich um einen Streubestand handelt, der viele Vermutungen belegt, aber auch einige Fragen offenlässt.

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Der 9. November III: Hitlerputsch 1923

Auf der Fotocollage sind verschiedene historische Ereignisse am 9. November zu sehen, die mit der deutschen Geschichte verbunden sind.

Der 9. November gilt als „Schicksalstag“ der Deutschen, Collage: BLB, Quelle: Wikimedia CommonsEinzelnachweise.

Michael Fischer, 12.12.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/9WCD-D143

Der Putschversuch vom 9. November 1923 war eine Replik auf die Novemberrevolution fünf Jahre zuvor und galt den Nationalsozialisten als ihr erster Versuch, die Ereignisse und Folgen von 1918 durch eine „Deutsche Revolution“ zu tilgen bzw. zu vollenden. Welchen Stellenwert das Datum des 9. Novembers in der nationalsozialistischen Bewegung besessen hat, soll hier im Folgenden kurz skizziert werden.

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Narrenfreiheit!?

Plakat zur Ausstellung „Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs“. Auf gelbem Hintergrund ist eine einfarbige Zeichnung zu sehen, bei der mit schwarzer Tinte ein Mann dargestellt wird, der erschrocken nach oben blickt. Die beflügelten Narren, die er in einem Käfig auf dem Rücken getragen hat, entfliegen in alle Himmelsrichtungen.

Ausstellung: Narrenfreiheit!? Eine kleine Geschichte des Regelbruchs (Laufzeit: 5. November 2025 – 21. Februar 2026)

Katrin Hesse, 5.12.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/MAJK-4070

Die Badische Landesbibliothek breitet bis zum Ende der Fastnacht im Rahmen einer Ausstellung ihre Bücherschätze aus, um der Frage auf den Grund zu gehen, worin die „Narrenfreiheit“ besteht, wo sie ihre Wurzeln hat und ob sie tatsächlich so grenzenlos ist, wie man glaubt. Beginnend mit mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln über Drucke des 16. Jahrhunderts bis hin zu Karnevalszeitungen des 19. Jahrhunderts taucht der Narr immer wieder in unterschiedlichen Zusammenhängen auf.

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Der 9. November II: Ein Feiertag?

Auf der Fotocollage sind verschiedene historische Ereignisse am 9. November zu sehen, die mit der deutschen Geschichte verbunden sind.

Der 9. November gilt als „Schicksalstag“ der Deutschen, Collage: BLB, Quelle: Wikimedia CommonsEinzelnachweise.

Ludger Syré, 19.11.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/e9hp-zz28

Der 9. November – ein Datum, das in Deutschland von besonderer Bedeutung ist: Immer wieder haben in der deutschen Geschichte an diesem Tag Ereignisse stattgefunden, die sich für den nationalen Geschichtsverlauf als bedeutsam erwiesen haben. Eine derartige Häufung wichtiger Vorkommnisse auf einen speziellen Kalendertag scheint kein anderes Land der Welt vorweisen zu können. Man muss daher davon ausgehen, dass es sich um eine deutsche Besonderheit handelt. Insofern verwundert es nicht, dass sich dieses Datum in das Geschichtsbewusstsein der Deutschen eingegraben hat, auch wenn vielleicht nicht jeder auf Anhieb in der Lage ist, die mit diesem Datum verbundenen Ereignisse zu benennen.

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Der 9. November I: Pogromnacht 1938

Auf der Fotocollage sind verschiedene historische Ereignisse am 9. November zu sehen, die mit der deutschen Geschichte verbunden sind.

Der 9. November gilt als „Schicksalstag“ der Deutschen, Collage: BLB, Quelle: Wikimedia Commons, Einzelnachweise.

Ernst Otto Bräunche, 10.11.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/76h6-5w93

Als die nationalsozialistischen Machthaber im März 1933 auch in Karlsruhe damit begannen, ihren bereits in der Weimarer Republik deutlich formulierten Antisemitismus in die Tat umzusetzen, trafen die Maßnahmen Menschen, deren Vorfahren sich bereits unmittelbar nach der Stadtgründung 1715 in Karlsruhe niedergelassen hatten.

Zu den Besonderheiten der Stadtgründung von Karlsruhe im Jahr 1715 gehörte, dass Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach neben Angehörigen der christlichen Religionen auch Juden die Ansiedlung gestattete und zwar zu relativ moderaten Bedingungen. Dies führte dazu, dass sich relativ rasch eine größere Zahl niederließ, die hier eine eigene jüdische Gemeinde gründeten.

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Robert von Mohl (1799–1875)

Portrait von Robert von Mohl

Robert von Mohl (1799–1875), deutscher Jurist und Politiker, Professor der Staatswissenschaft in Tübingen, Reichstagsmitglied und Bibliothekar, Quelle: UB Tübingen, CC0 – Public Domain.

Peter Michael Ehrle, 5.11.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/AEZF-RQ75

In der Nacht vom 4. auf 5. November 1875 ist in Berlin der Reichstagsabgeordnete Robert von Mohl im Alter von 76 Jahren verstorben. Die zweite Hälfte seines Lebens hat Mohl in Baden verbracht, sodass es gerechtfertigt sein mag, aus Anlass des 150. Todestages hier an diesen bedeutenden Staatswissenschaftler und Politiker zu erinnern.

Mohl entstammte der württembergischen „Ehrbarkeit“. Sein Urgroßvater war der berühmte Staats- und Völkerrechtler Johann Jacob Moser von Filseck (1701–1785), der als juristischer Berater der württembergischen Landstände, als so genannter Landschaftskonsulent, fungierte. Sein Vater war Benjamin Ferdinand von Mohl (1766–1845), der für kurze Zeit württembergischer Innenminister war und der danach weitere hohe Staatsämter bekleidete. Mohls Mutter Louise Friedrike war die Schwester des einflussreichen Kanzlers der Universität Tübingen Johann Heinrich Ferdinand von Autenrieth.

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Badische Landtagswahl 1925

„Die badischen Landtagswahlen“, in: Badische Presse vom 26. Oktober 1925, Quelle: BLB.

Michael Fischer, 26.10.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/B0CJ-8523

Im März 2026 wird in Baden-Württemberg ein neuer Landtag gewählt – und das in einer sich zunehmend polarisierenden politischen Lage. Vor 100 Jahren wählten die Badener am 25. Oktober 1925 in einer sich ebenfalls immer weiter polarisierenden Lage einen neuen Landtag. Zwar ist die damalige Situation nur schlecht mit der heutigen Lage zu vergleichen – aber gleichwohl lohnt sich ein Blick auf die Rahmenbedingungen, Akteure, Themen und Resultate des damaligen Wahlkampfes. Ein besonderes Augenmerk wird im Folgenden auf die publizistischen Organe der wahlkämpfenden Parteien von 1925 gelegt.

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Zeitungen I: Der Badische Beobachter

Zu sehen ist die Titelseite des Badischen Beobachters von 1863.

Titelblatt der ersten Ausgabe mit dem Namen Badischer Beobachter. Quelle: BLB.

Gerrit Heim, 8.10.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/CXPY-HD28

Der Badische Beobachter war eines der Leitmedien im Großherzogtum Baden. Seine Geschichte spiegelt die Entwicklung des Pressewesens in Baden im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und in der frühen NS-Zeit wider. Vor 90 Jahren verbot die nationalsozialistische Regierung die letzten in Teilen unabhängigen Pressemedien, und Zeitungen wie der Badische Beobachter stellen ihr Erscheinen ein. Übrig blieben Parteizeitungen der NSDAP und inhaltlich gleichgeschaltete bürgerliche Presseerzeugnisse.

Entstanden war der Badische Beobachter während der Liberalisierung der Pressegesetzgebung in den 1860er-Jahren. Dies war eine Zeit, in der außerordentlich viele Presseerzeugnisse gegründet wurden, die erstmals auch langfristig erschienen. Als Medium des politischen Katholizismus war er im Kaiserreich klar in der Opposition verortet, wurde in der Weimarer Republik demokratiestützend und überdauerte nach 1933 nur noch kurze Zeit. Unter neuen Vorzeichen gelang nach 1945 keine Neugründung.

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Donaueschinger Musikalien digitalisiert

Gerrit Heim, 1.10.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/8500-C456

Mit der Musikaliensammlung erwarb die Landesregierung im Jahr 1999 einen weiteren wertvollen Bibliotheksbestand der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek in Donaueschingen. Die finanziellen Mittel für diesen Ankauf stellten vor allem die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg und die Kulturstiftung der Länder bereit. Die nahezu vollständig erworbene Musiksammlung umfasst mehr als 5.300 Musikdrucke und über 3.500 Musikhandschriften. Die Bedeutung dieser Erwerbung wird im Katalog der im Jahr 2000 in der Badischen Landesbibliothek gezeigten Ausstellung deutlich.

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