Gebäudesanierung

Die Badische Landesbibliothek Karlsruhe wurde 1984–1991 in zwei Bauabschnitten nach Plänen des Architekten Oswald Mathias Ungers errichtet. Im Lauf der Nutzungsdauer sind, auch aufgrund von Baufehlern, erhebliche Schäden aufgetreten. Gravierende Bauprobleme, die durch Wassereintrag weiter fortschreiten, resultieren insbesondere aus den Schäden an Fenstern, Fassade und Flachdächern.

Im Juli 2012 erteilte das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft Baden-Württemberg die Zustimmung zum Planungsbeginn. Die Sanierungsmaßnahme sollte in Stufen umgesetzt werden. Für die erste Stufe der Dach- und Fassadensanierung wurden im Staatshaushaltsplan 2015/2016 insgesamt 8 Mio. EUR veranschlagt. Im Februar 2014 wurde das Architekturbüro Max Dudler mit der Planung beauftragt. Max Dudler war von 1981 bis 1986 im Büro von Oswald Mathias Ungers tätig und bürgt für die Einhaltung der Ungers’schen Bauidee.

Die Jahre 2015/2016 vergingen, ohne dass die Bauarbeiten aufgenommen wurden. Als das Gebäude im Mai 2016 unter Denkmalschutz gestellt wurde, musste die weitgehend abgeschlossene Planung in allen Details noch einmal neu mit den Denkmalschutzbehörden abgestimmt werden. Die ursprünglich als erste Maßnahme vorgesehene Sanierung der Pyramidenglasdächer und der Lichtbänder im Offenen Magazin ist dabei nach hinten gerückt, denn es erwies sich, dass eine vollständige Neuplanung der Entwässerung des Gebäudes erforderlich war, um eine nachhaltige Lösung für die Dachentwässerung zu erreichen.

Im August 2017 wurde erstmals ein Gerüst aufgestellt, das Außenarbeiten am Magazinkern im 4. und 5. Obergeschoss ermöglichte. Der marode Putz wurde erneuert, anschließend erfolgte die Sanierung der Fenster. Ab 2019 wurde die Fassade der mit Sandstein verkleideten Benutzungs- und Verwaltungsbereiche bis zum 2. Obergeschoss saniert, die Fenster wurden renoviert, auch die in der Fassade liegenden Regenfallrohre und die Dachentwässerung wurden erneuert. In den Jahren 2021/2022 war über mehr als ein Jahr hinweg der Lesesaal unter der Kuppel unzugänglich. Dort stand ein Gerüst um zu ermöglichen, dass in den Zwickeln der Lesesaalkuppel die Sprinkler- und Entwässerungsrohre ausgetauscht wurden. Zugleich wurde die Beleuchtung der Kuppel erneuert, um die von Oswald Mathias Ungers vorgesehene auratische Überhöhung des Raums angemessen zur Geltung zu bringen.

Aktuell dauert nun schon längere Zeit die Erneuerung der Dachfenster weiter an, derentwegen weite Teile des Offenen Magazins geräumt und Bestände unzugänglich gemacht werden mussten. Leider schreitet diese Maßnahme nicht in kleinen Etappen voran, die die Wiederbenutzung fertiger Bereiche schnell ermöglichen würde. Es ist inzwischen nahezu die gesamte Fläche der Offenen Magazins vom Baugeschehen betroffen und von Baulärm beeinträchtigt. 

Im Rahmen der Sanierung sollte auch das Bibliotheksfoyer erneuert werden. Diese Maßnahme zieht sich bereits über mehrere Jahre hin. Der Einbau der Rückgabeanlage für entliehene Medien im Jahr 2017 erforderte einen Umbau des Haupteingangs, der barrierefrei gestaltet werden konnte. Vom Herbst 2018 bis zum Frühjahr 2019 wurde die Garderobe verlegt; damit wurde Platz geschaffen für die Erneuerung des Servicezentrums im Zentrum des Foyers, die sich seither ständig weiter verzögert. Es gelingt nicht einmal, die Renovierung der seit März 2022 gesperrten Benutzertoiletten im Erdgeschoss angemessen zügig voranzutreiben. Eine Staubschutzwand verbirgt den trägen Fortschritt vor den Augen der Benutzerinnen und Benutzer des Hauses.

Geplant war zudem der Umbau der "Kulturschiene" entlang der Erbprinzenstraße von der Cafeteria über den Ausstellungsraum bis zum Vortragssaal. Es sollte eine schicke neue und größere Cafeteria geben, der Vortragssaaal sollte barrierefrei umgebaut werden und an die Stelle des bisherigen Ausstellungsraums sollte eine Schatzkammer im Foyer treten, die den konservatorischen und sicherheitstechnischen Ansprüchen an eine adäquate Präsentation auch der kostbarsten Schätze unseres Hauses entsprochen hätte. Diese Maßnahme ist im Frühjahr 2022 an den im Planungsverlauf exorbitant steigenden Kosten gescheitert. Wir werden also auf unabsehbare Zeit keine Möglichkeit haben, Ihnen die Nibelungenlied-Handschrift C als einziges in Karlsruhe befindliches Objekt des UNESCO-Weltdokumentenerbes im Original zu zeigen. Sehr bescheiden geworden hoffen wir aber, in Eigeninitiative wenigstens bald die Cafeteria wieder für Sie öffnen zu können.

Das Bild zeigt die von Baugerüsten umgebene Kuppel im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek.

Unter der eingerüsteten Kuppel, 14. Juni 2021

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