Sanierung der Lesesaalkuppel

Heike Susanne Lukas 30.6.2021 19.50 Uhr

Die Lesesaalkuppel, in der unser Architekt Oswald Mathias Ungers das auratische "Universum des menschlichen Denkens und Wissens" sichtbar werden lassen wollte, ist zur Zeit hinter Staubschutzwänden verschwunden. Zuerst wurden die sechzehn antik anmutenden Bibliotheks-Fragmente von Ian Hamilton Finlay mit den Telefonnummern der bedeutendsten Bibliotheksorte der Welt an den zentralen Pfeilern des Lesesaals mit Holz verschalt. Dann wurde Mitte Juni ein Gerüst unter der Kuppel aufgestellt und der Schutz für die grauen Farbfelder von Günther Förg angebracht. Danach konnten die Zwickel unter der Kuppel und die Wände geöffnet werden.

Hier werden nun die maroden Entwässerungsrohre ausgetauscht, die das Regenwasser von der Kuppel ableiten sollen, und es wird eine Notentwässerung eingebaut, die bisher nicht vorhanden war. Gleichzeitig werden die ebenfalls korrodierten Sprinklerleitungen in der Kuppel saniert. Da es sich um eine sogenannte trockengesteuerte Sprinkleranlage handelt, steht an den Sprinklerköpfen kein Wasser an und es hat deshalb trotz Korrosionsschäden im Lesesaal noch nicht von der Decke getropft. Außerdem wird die Beleuchtung in der Kuppel ausgetauscht. Die Leuchten direkt unter der Laterne, also unter dem Deckel der Kuppel, werden von außen ausgetauscht werden müssen. Auch der untere Leuchtenkranz erhält jetzt, da das Gerüst steht, neue Leuchtmittel; ohne Gerüst gibt es nämlich keine Möglichkeit, die Leuchtmittel dort zu tauschen. Auf der Ebene des 2. Obergeschosses werden, unsichtbar in den Fensterbänken auf der Lesesaalseite, Strahler installiert; sie werden die Kuppel als das architektonische Schmuckstück des Hauses von unten anstrahlen. 

Es müssen sich bei diesen Bauarbeiten, wie schon an anderer Stelle bei unseren umfangreichen Sanierungsmaßnahmen, viele Planer abstimmen und viele Gewerke ineinandergreifen: Trockenbauer, Installateure, Kernbohrer, Isolierer, Sprinklerfirma, Dachdecker, Elektriker und zum Schluss wieder Trockenbauer und Maler. Daher wagen wir keine Prognose, wann die Arbeiten unter der Lesesaalkuppel abgeschlossen sein werden. Wie uns die Sanierungsarbeiten seit 2017 immer wieder lehren, werden manche Schwierigkeiten erst entdeckt, wenn die Wände geöffnet sind. Und die Globalisierung der Baustoffmärkte macht sich auch in der BLB bemerkbar. Der allgemeine Baustoffmangel, von dem Zeitungen und Nachrichtensendungen berichten, verzögert in erheblichem Maß auch die Bauarbeiten bei uns im Haus.

Damit die Staubschutzfolie im Lesesaal nicht ganz so hässlich wirkt wie sie ist, haben wir große Fotos ausgedruckt von dem, was sich hinter den Staubschutzwänden tut, und sie an der Folie befestigt. Im weiteren Verlauf der Baumaßnahmen wird es dort immer wieder etwas Neueres, Aktuelleres zu sehen geben ... bis dann eines Tages der mehrgeschossige Pantheonraum unter der Kuppel wieder betreten werden kann, das Haus seine zentrale Mitte zurückerobert hat und die Bibliothek nach dem Willen ihres Architekten wieder "Beständigkeit, Dauer, Kontinuität und enzyklopädische Gesamtheit ausstrahlen und vermitteln" wird.

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