Herzlich Willkommen im BLBlog!

Hier finden Sie verschiedene Beiträge aus unseren breit gefächerten Aufgaben- und Tätigkeitsfeldern: Interessantes, Wissenswertes, Kurioses und sicherlich die ein oder andere Überraschung aus dem Alltag der Badischen Landesbibliothek. Auch Themen, von denen die BLB als Institution betroffen ist, werden aufgegriffen, kommuniziert und kommentiert.

Recherchieren und arbeiten Sie zu Beständen der Badischen Landesbibliothek? Haben Sie einen interessanten Artikel, den Sie uns vorschlagen möchten? Wir freuen uns über Ihre Nachrichten, Anmerkungen und Fragen zu den Blogbeiträgen.
Kontakt: Dr. Michael Fischer

ISSN 2751-9031

 

Karl von Rotteck (Teil II)

Zu sehen ist ein schwarz-weißes Porträt von Karl von Rotteck im Halbprofil.

Bild aus: Albert Kuntzemüller: Die badischen Eisenbahnen 1840-1940, Freiburg i. Br./Heidelberg 1940, Quelle: Public Domain.

Gerrit Heim, 25.7.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/YRJ9-MS81

Teil I des Artikels zu Karl Rotteck beschäftigte sich mit seiner Rolle für den badischen Frühliberalismus.

Nach einer Legislaturperiode endete Rottecks parlamentarische Karriere zunächst. Die Universität entsandte für die folgende Periode einen anderen Vertreter, sodass Rotteck in die Lehrtätigkeit zurückkehren musste. Hier gelang es ihm nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Ähnlich wie bei seiner Lehrtätigkeit in Geschichte wollte er ein großes Studienhandbuch veröffentlichen. Dieses juristische Pendant fand jedoch kaum Leser und wurde von der Fachwelt als wenig originell und teils rückständig wahrgenommen. Rasch unternommene Versuche, in die Politik zurückzukehren, scheiterten, da das Freiburger Wahlmännergremium ihm im Jahr 1825 die Aufstellung als Kandidat für die zweite Kammer versagte. Dies war jedoch nur ein vorübergehender Rückschlag. Schon kurze Zeit später war Europa in Aufruhr. In Frankreich wurde der regierende König 1830 einmal mehr gestürzt, in Polen revoltierte das Volk gegen die Zarenherrschaft, und in Baden verzichtete der neue Großherzog vor diesem Hintergrund auf eine Beeinflussung der Wahlen. Rotteck wollte jedoch kein Risiko eingehen und trat daher gleichzeitig in fünf Wahlbezirken an. In Kenzingen/Endingen erhielt er alle Stimmen und zog für diesen Wahlkreis in die Zweite Kammer ein, die ihn sofort zum Vizepräsidenten ernannte.

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Karl von Rotteck (Teil I)

Zu sehen ist ein schwarz-weißes Porträt von Karl von Rotteck im Halbprofil.

Bild aus: Albert Kuntzemüller: Die badischen Eisenbahnen 1840-1940, Freiburg i. Br./Heidelberg 1940, Quelle: Public Domain.

Gerrit Heim, 18.7.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/90DR-P965

Am 18. Juli 1775 erblickte in Freiburg im Breisgau Karl Wenzeslaus Rodeckher das Licht der Welt. Geboren am Vorabend der französischen Revolution wurde dieser, der heute als Karl von Rotteck bekannt ist, einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Frühliberalismus, Staatsrechtler sowie eine prägende Figur für das junge Großherzogtum Baden, das zum Zeitpunkt seiner Geburt noch nicht einmal existierte. 

War er zeitlebens eher als Autor und Herausgeber in Erscheinung getreten, befasst sich bereits wenige Jahre nach seinem Tod die Forschung mit ihm und seinem Werk. Den Anfang unternahmen hier die Badischen Bibliographien. Entsprechend listet die Landesbibliographie Baden-Württemberg heute eine Vielzahl an Titeln zu Karl von Rotteck.

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Kriegsende 1945 (Teil III)

Zu sehen ist ein Foto der vollen Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof im November 1945.

Das Kriegsende 1945 hatte viele Gesichter – hier zu sehen die Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, November 1945, Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, © Public Domain.

Michael Fischer, 7.7.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/AVJD-N984

Ludwig Zind war ein Gymnasiallehrer in Offenburg und sorgte Ende der 1950er Jahre für einen international beachteten antisemitischen Skandal. Der „Fall Zind“ schlug solche Wellen, dass er Regisseur Wolfgang Staudte sogar zu seinem berühmten Satirefilm Rosen für den Staatsanwalt (1959) inspirierte. Im Zentrum der Handlung steht darin ein Staatsanwalt, der schon während der NS-Diktatur als Jurist tätig gewesen war und dem „Dritten Reich“ immer noch hinterhertrauert. Dieser ermöglicht einem wegen antisemitischer Beleidigung Verurteilten, einem Lehrer mit dem Namen Zirngiebel, die Flucht ins Ausland und verhindert damit die Vollstreckung des Urteils. Die titelgebenden Rosen werden dem Staatsanwalt von der Frau Zirngiebels geschickt und sind das geheime Zeichen für die geglückte Flucht des Verurteilten.

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Inspiration durch Sammelbilder (Text II)

Ausstellungsplakat zu „Wissen in Bildern – die bunte Welt der Sammelalben“. Abgebildet im Monogon ist ein Detail einer Sammelbilder-Graphik. Zwei Frauen und ein Mann nehmen im Grünen ein Picknick zu sich.

Die Mitglieder der Schreibgruppe KITeratur haben sich für ihre hier veröffentlichten Texte von den in der Ausstellung Wissen in Bildern – Die bunte Welt der Sammelalben ausgestellten Sammelalben inspirieren lassen.

Pia Gawlik-Rau, 30.6.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/3QVN-FT23

Bereits im Februar – noch vor der Eröffnung der Ausstellung Wissen in Bildern – Die bunte Welt der Sammelalben – hatten die Teilnehmenden des Schreibworkshops „Bild zu Text“ der Kreativschreibgruppe KITeratur die Gelegenheit, in einer Auswahl historischer Sammelalben aus der Ausstellung zu stöbern. Unter der Leitung von Werbetexter und Autor Julius Link entstanden dabei fünf literarische Texte, die sich auf ganz eigene Weise von den vielfältigen Bildwelten inspirieren ließen. Diese Texte veröffentlichen wir nun nach und nach im BLBlog.

Im Juni präsentieren wir den Beitrag von Pia Gawlik-Rau. Ihre literarische Auseinandersetzung geht zurück auf ein Foto mit dem Titel Zweier mit Steuermann, zu finden im Sammelalbum Olympischer Sport von Erich Oberrascher.

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Augusta Bender (Teil II)

Zu sehen ist eine schwarz-weiße Porträtfotografie von Augusta Bender im Alter von 24 Jahren.

Augusta Bender im Alter von 24 Jahren. Aus: Bender, Augusta: Auf der Schattenseite des Lebens II (1914), Frontispiz. Quelle: BLB.

Elena Henn, 23.6.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/0WK5-A693

Bereits im ersten Teil zu Augusta Bender wurden ihre Tierschutzbestrebungen erwähnt. Diese verdienen eine genauere Betrachtung, denn Benders wohl bemerkenswertester Roman ist Die Macht des Mitleids (1910). Schon als Kind bevorzugte Bender, die schon früh eine Außenseiterin war, Tiere vor Kindern als Spielgefährten, und aß aufgrund eines für sie traumatischen Schlachterlebnisses in ihrer Kindheit kein Fleisch mehr. Dies schildert sie zum Beispiel in ihrem stark autobiographisch gefärbten Roman Der Kampf ums höhere Dasein (1907).

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Alfred Momberts Asche

Arthur Zweinigers Alfred-Mombert-Büste.

Arthur Zweinigers Alfred-Mombert-Büste. Quelle: privat.

Ralf Gnosa, 16.6.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/NY19-P048

Nach den letzten Lebensjahren Alfred Momberts, deren Verlauf die Dimension des Tragischen erreicht, mutet sein Nachleben, das heißt hier streng genommen: sein Nachtod, nämlich das Geschick seiner Asche, wie das fällige Satyrspiel nach der Tragödie an. Schlüsse daraus zu ziehen, dass die einschlägig interessante Korrespondenz (hier und hier) an einem 11. November katalogisiert worden ist, schiene aber wohl übertrieben.

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Augusta Bender (Teil I)

Zu sehen ist eine schwarz-weiße Porträtfotografie von Augusta Bender im Alter von 24 Jahren.

Augusta Bender im Alter von 24 Jahren. Aus: Bender, Augusta: Auf der Schattenseite des Lebens II (1914), Frontispiz. Quelle: BLB.

Elena Henn, 2.6.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/H35J-8A97

Am 16. September 1924 starb Augusta Bender nach einem sehr bewegten Leben in einem Altersheim in Mosbach – die heutzutage beinahe Vergessene war unter anderem Heimatschriftstellerin, aber auch Lehrerin, Tierschützerin und Frauenrechtlerin. Sie sprach vier Sprachen, interessierte sich sowohl für Kultur und Volkskunde als auch für Psychologie und Philosophie, auch mit naturwissenschaftlichen Themen war sie nicht unvertraut. Doch weite Teile ihres Wissens musste sie sich selbst beibringen, denn ihre Ausgangsbedingungen waren als Frau im 19. Jahrhundert und als Bauerntochter alles andere als optimal. Ihr umfangreicher Nachlass, bestehend aus rund 40 Bänden Korrespondenzen, Werkmanuskripte und -abschriften, Autobiographisches sowie Familiendokumente, befindet sich heute in der Badischen Landesbibliothek. Weitere Teile des Nachlasses befinden sich im Stadtarchiv Mosbach.

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Kriegsende 1945 (Teil II)

Zu sehen ist ein Foto der vollen Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof im November 1945.

Das Kriegsende 1945 hatte viele Gesichter – hier zu sehen die Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, November 1945, Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, © Public Domain.

Ernst Otto Bräunche, 23.5.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/T9YV-Q077

Als französische Truppen am 4. April Karlsruhe befreiten, kamen sie in eine Stadt, in der es zahlreiche Erinnerungen an die nun beendete Zeit des Nationalsozialismus im öffentlichen Raum gab. Mit der ältesten und wohl auch nachhaltigsten Form der Erinnerung im öffentlichen Raum, der Benennung von Plätzen und Straßen, hatten sich die neuen NS-Machthaber nach der letzten nur noch bedingt demokratischen Reichstagswahl der Weimarer Republik am 5. März 1933 sogleich befasst.

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Inspiration durch Sammelbilder (Text I)

Ausstellungsplakat zu „Wissen in Bildern – die bunte Welt der Sammelalben“. Abgebildet im Monogon ist ein Detail einer Sammelbilder-Graphik. Zwei Frauen und ein Mann nehmen im Grünen ein Picknick zu sich.

Die Mitglieder der Schreibgruppe KITeratur haben sich für ihre hier veröffentlichten Texte von den in der Ausstellung Wissen in Bildern – Die bunte Welt der Sammelalben ausgestellten Sammelalben inspirieren lassen.

Kerstin Ernst, 20.5.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/XTH4-6468

Bereits im Februar – noch vor der Eröffnung der Ausstellung Wissen in Bildern – Die bunte Welt der Sammelalben – hatten die Teilnehmenden des Schreibworkshops „Bild zu Text“ der Kreativschreibgruppe KITeratur die Gelegenheit, in einer Auswahl historischer Sammelalben aus der Ausstellung zu stöbern. Unter der Leitung von Werbetexter und Autor Julius Link entstanden dabei fünf literarische Texte, die sich auf ganz eigene Weise von den vielfältigen Bildwelten inspirieren ließen. Diese Texte veröffentlichen wir nun nach und nach im BLBlog.

Im Mai präsentieren wir den Beitrag von Kerstin Ernst. Ihre literarische Auseinandersetzung geht zurück auf Honoré Daumiers Werk Das Drama, abgebildet im Sammelalbum Moderne Malerei: Vom Impressionismus bis zur Moderne.

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Kriegsende 1945 (Teil I)

Zu sehen ist ein Foto der vollen Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof im November 1945.

Das Kriegsende 1945 hatte viele Gesichter – hier zu sehen die Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, November 1945, Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, © Public Domain.

Ludger Syré, 8.5.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/1HR9-VN85

Anlässlich der Veranstaltung „Kriegsende 1945 – Deutschland und der Umgang mit der Vergangenheit“ erscheint im BLBlog eine Artikelserie zu lokalen und regionalen Ereignissen rund um den 8. Mai 1945.

Die Badische Landesbibliothek und die katholische Stadtkirche St. Stephan lagen bis zum Zweiten Weltkrieg nur wenige Schritte auseinander; heute liegen sie sich unmittelbar gegenüber. Wie erlebte der Pfarrer von St. Stephan das Ende des Krieges, was bewegte ihn zwischen dem Einmarsch der Alliierten und dem Wechsel der Besatzungsmacht einige Wochen später? Die nachfolgenden Passagen werfen ein Licht auf das Geschehen, aber auch auf die Person und Denkweise des kirchlichen Chronisten. 

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