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Neuerwerbung des Monats

Neuerwerbung des Monats

Die Neuerwerbung des Monats können Sie im Lesesaal der Badischen Landesbibliothek kennenlernen. Regelmäßig wird ab dem ersten Tag eines Monats eine neue Überraschung im Original präsentiert und zugleich hier auf der Webseite vorgestellt.

Die ausgewählten Exponate gewähren den Besucherinnen und Besuchern einen guten Einblick in den breit gefächerten Sammlungsbestand der BLB und stellen aktuell getätigte Erwerbungen vor – egal ob unikales Autograph, seltener Notendruck, Kochbuch oder Comic.

Eine Übersicht der Neuerwerbungen des Jahres 2019 finden Sie hier:

Neuerwerbung im Februar: Der Artusritter Wigalois

Manfred Schwab/Isidre Monés: Die phantastischen Abenteuer des Glücksritters Wigalois nach dem Versepos des Ritters Wirnt von Gräfenberg
Forchheim: Kulturamt, 2011
Badische Landesbibliothek, 118 F 834

Kürzlich gelang der Badischen Landesbibliothek ein seltener Coup: Sie erwarb die eine von nur zwei illustrierten mittelalterlichen Handschriften mit der Geschichte des Artusritters Wigalois. Die Handschrift gehörte früher zur Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek in Donaueschingen. Die deutschsprachigen Handschriften dieser Sammlung befinden sich seit 1995 überwiegend in der BLB; zu ihnen gehört auch die Nibelungenliedhandschrift C, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Mit dem Wigalois findet ein weiterer Teil der Sammlung in seinen Kontext zurück.

Wigalois war der Sohn des berühmteren Ritters Gawain und erlebt in der Erzählung des fränkischen Adligen Wirnt von Grafenberg aus dem 13. Jahrhundert verschiedene Abenteuer. Seine Geschichte ist hier als Comic verarbeitet. Der originale mittelhochdeutsche Text mit den Bildern aus dem 15. Jahrhundert kann in den Digitalen Sammlungen der BLB bestaunt werden.

Neuerwerbung im Januar: Historische Taschenatlanten

Atlas Geographique, contenant la Mappe-monde et les quatres Parties avec les differents Etats d'Europe (nach Giovanni Antonio Rizzi-Zannoni). Paris: Lattré, 1762
Badische Landesbibliothek, 118 E 3229 R

Johann Gottfried Gregorii: Continuirter Atlas Portatilis Germanicus Oder Compendieuse Vorstellung Teutschlandes denen Liebhaber der Geographie und sonderlich der Jugend zum Besten… Nürnberg: Weigel, 1723
Badische Landesbibliothek, 118 E 3225 R

Die Kartographie nahm seit dem Zeitalter der Entdeckungen am Beginn der frühen Neuzeit einen rasanten Aufschwung. Das Kartenmaterial wurde immer genauer und umfangreicher. Damit entstand auch ein Markt für Landkarten im Taschenformat, die sich auf Reisen leichter mitführen ließen als die sonst üblichen großformatigen Karten. Eine Reihe kostbarer kleiner Taschenatlanten konnte die Badische Landesbibliothek kürzlich erwerben.

Der Atlas als eine gezielte Zusammenstellung mehrerer Karten, die in einem meist festen Einband zusammengeführt wurden, fand gerade im 17. und 18. Jahrhundert weite Verbreitung. Den Begriff „Atlas“ für eine solche Kartensammlung verwendete erstmals der berühmte Kartograph Gerhard Mercator (1512–1594) am Ende des 16. Jahrhunderts. Er gilt als Vater der modernen Kartographie.