2019 abgeschlossen

Pflichtexemplar

bwDataBib. Kooperative Speicherung und Langzeitarchivierung von Forschungsdaten der Universitäts- und Landesbibliotheken des Landes Baden-Württemberg

Leitung: Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen, Dr. Felix Geisler
Kooperationsprojekt mit der Universität Tübingen, der Universität Freiburg, der Universität Stuttgart und dem Bibliotheksservice-Zentrum Konstanz
Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Projektstart: 1. Oktober 2017
Projektende: 30. September 2019 

In den Universitäts- und Landesbibliotheken Baden-Württembergs und im Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg (BSZ) werden Daten produziert, gesammelt, verarbeitet und bereitgestellt, für deren zeitlich unbefristete Speicherung und dauerhafte Verfügbarkeit die Beteiligten die Verantwortung tragen. Entsprechende Objektbereiche sind digitale Primärpublikationen (Pflichtexemplare, Hochschulschriften), Retrodigitalisate von Print- und AV-Medien und digitale Verlagspublikationen, für die ein Archivrecht besteht. Ziel des Projektes war die Konzeption von technisch geeigneten, internationalen Standards entsprechenden und wirtschaftlich vertretbaren Langzeitarchivierungslösungen für diese forschungsrelevanten Datentypen. Es wurde die Grundlage für den kooperativen Aufbau einer organisatorischen und technischen Infrastruktur zur Speicherung und Langzeitarchivierung dieser Daten geschaffen.

Provenienzforschung

Recherche nach NS-Raubgut in den Beständen der Badischen Landesbibliothek

Leitung: Dr. Ludger Syré
Wissenschaftliche Bearbeiterin: Ulrike Vogl M.A.
Gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und das Land Baden-Württemberg
Projektstart: 1. Januar 2017
Projektende: 31. Dezember 2019

Mit der Zerstörung des Gebäudes der Badischen Landesbibliothek am 3. September 1942 wurden sowohl die Bestände als auch das Verwaltungsschriftgut beinahe vollständig vernichtet. Heute noch vorhandenes NS-Raubgut befindet sich in jenen Beständen, die sofort nach dem Bombenangriff und mit finanzieller Unterstützung durch die zuständigen Reichsbehörden sehr rasch wieder aufgebaut worden sind. Im Projekt werden ca. 38.000 Bände aus dem Monographien-Zugang der Jahre 1942–1950 per Autopsie systematisch auf verdächtige Provenienzhinweise hin untersucht. Die Bände werden in sechs Verdachtskategorien klassifiziert und mit allen Provenienzmerkmalen und Verdachtsmomenten dokumentiert. Die Dokumentation erfolgt in der kooperativen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets.

Weiterführende Literatur:

  • Vogl, Ulrike: „Wenn die Autopsie nicht ausreicht, sprechen hoffentlich die Akten?! Provenienzforschung in der Badischen Landesbibliothek (BLB)“, Vortrag gehalten auf dem 107. Deutschen Bibliothekartag in Berlin am 14.6.2018. - Zum archivierten Objekt

Bestandserhaltung

Papierentsäuerung

Leitung: Brigitte Knödler-Kagoshima
Laufzeit: Mai-Dezember 2019
Gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Landesrestaurierungsprogramms Baden-Württemberg

Die meisten zwischen 1850 und 1990 produzierten Papiere enthalten ligninhaltige Fasern und saure Substanzen. Im Laufe der Zeit verlieren sie ihre Stabilität, werden braun und brüchig. Archive und Bibliotheken setzen daher seit den 1990er-Jahren verschiedene Verfahren zur Papierentsäuerung ein. Die Dauerhaftigkeit der Papiere wird durch die Entsäuerung verbessert, indem die vorhandene Säure neutralisiert und eine alkalische Reserve eingebracht wird. Im Jahr 2017 konnte die Badische Landesbibliothek mit der Papierentsäuerung ihres stark nachgefragten „Oberrhein-Bestandes“ beginnen, der für die Badische Landesbibliothek besonders bedeutsamen Sammlung von Druckwerken mit inhaltlichem Bezug zur Region Oberrhein. Das Projekt wurde auch 2018 gefördert. Im Jahr 2019 wird das Projekt weiter fortgesetzt.