Pflichtexemplar

Pflichtablieferung kommerzieller Netzpublikationen (Teil 2): E-Journals

Leitung: Dr. Felix Geisler
Bearbeitung: Lena Mauk, Norina Müller
Kooperationsprojekt mit der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart und dem Bibliotheksservice-Zentrum in Konstanz als projektleitender Institution
Projektstart: 1. Juli 2021
Projektende: 31. Dezember 2022

Nach der erfolgreichen Entwicklung und Bereitstellung eines Systems zur Ablieferung von Pflicht-E-Books sind für die beiden Landesbibliotheken aufgrund der gesetzlich bestimmten Ablieferungspflicht verlegerischer Netzpublikationen noch E-Journals zur Bearbeitung offen. Die rechtlichen, technischen und organisatorischen Grundsätze, die dem Projekt E-Pflicht Baden-Württemberg für E-Books (E-Pflicht 1) zugrunde liegen, gelten uneingeschränkt weiter und werden in der jetzt folgenden Projektphase (E-Pflicht 2) auf dem Gebiet der E-Journals zur Anwendung gebracht. Die Eigenprägung von E-Journals macht die Anpassung und Weiterentwicklung der Werkzeuge und Geschäftsgänge nötig, die für E-Books erarbeitet wurden; sie können nicht unterschiedslos eingesetzt werden. Die Unterschiede liegen, da E-Journals in fortlaufenden Teilen und nicht wie E-Books in einer abgeschlossenen Einheit erscheinen, in der Darstellung des hierarchischen und vollständigen Erscheinungsverlaufs, der Katalog- und Repositoriumsanbindung sowie der Präsentation.

 

Webarchivierung (Pilotprojekt)

Leitung: Dr. Felix Geisler
Bearbeitung: Lena Mauk, Anna-Leida Kornas
Kooperationsprojekt mit der Deutschen Nationalbibliothek als projektleitender Institution
Projektstart: August 2021

In Kooperation mit der Deutschen Nationalbibliothek und mit weiteren Pilotbibliotheken anderer Bundesländer erprobt die Badische Landesbibliothek die Erschließung von Webseiten mit besonderer inhaltlicher Relevanz für die Landeskunde Badens im Webarchiv der Deutschen Nationalbibliothek. Sie wird ihren Nutzerinnen und Nutzern dort Zugriff auf die archivierten Webseiten ermöglichen. Die Idee dahinter ist, dass eine inhaltliche Bewertung der Relevanz in der verteilten Zuständigkeit der Regionalbibliotheken wahrgenommen wird, so dass flächendeckend ein koordiniertes Netz der selektiven Sammlung von Websites entstehen kann, für das die Nationalbibliothek die Archivierungsaufgabe übernimmt. Die Badische Landesbibliothek hat im ersten Schritt 1.000 Webseiten ausgewählt, die sukzessive bei der Deutschen Nationalbibliothek archiviert werden.

 

Erschließung

Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften der BLB, Teil III

Leitung: Dr. Annika Stello (Karlsruhe), Dr. Christoph Mackert (Leipzig), Dr. Kerstin Losert (Stuttgart)
Ort der Bearbeitung: Handschriftenzentren an der UB Leipzig und der WLB Stuttgart
Wissenschaftliche Bearbeiter: Dr. Franziska Schaudeck (Stuttgart); Dr. Katrin Sturm und Dr. Luise Czajkowski (Leipzig)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektbeginn: 15. Februar 2022 (Stuttgart), 1. April 2022 (Leipzig)
Projektlaufzeit: 28 Monate

Mit dem Projekt wird die Tiefenerschließung der ehemals Donaueschinger Handschriften in der BLB bei paralleler Digitalisierung der Handschriften zum Abschluss gebracht. In diesem letzten Teilprojekt werden die Abteilungen C bis G des Barack-Katalogs von 1865 bearbeitet und so erstmals differenzierte Erschließungsdaten auf einheitlichem Niveau zu diesem bislang überwiegend weniger bekannten Teil der Fürstenberg-Handschriften zur Verfügung gestellt. Das Projekt umfasst insgesamt 73 Handschriften, die aufgrund ihres besonderen Bestandprofils verteilt an zwei entsprechend spezialisierten Handschriftenzentren bearbeitet werden: Die Erschließung der mittelalterlichen Handschriften sowie von vier Bänden mit Materialien Joseph von Laßbergs wird in Leipzig durchgeführt, das Stuttgarter Zentrum übernimmt die Bearbeitung der 30 übrigen neuzeitlichen Handschriften. Die parallele Digitalisierung erfolgt in der BLB. Die im Projekt entstehenden Handschriftenbeschreibungen werden während der Laufzeit des Vorhabens sukzessive über das neue Handschriftenportal (HSP) bereitgestellt. Die Katalogisate zu Handschriften mit deutschen mittelalterlichen Texten erhält parallel der Handschriftencensus (HSC) zur Auswertung.

Zum Abschluss des Projekts ist die Publikation eines mehrbändigen Handschriftenkatalogs vorgesehen, der den gesamten Bestand ehemals Donaueschinger Handschriften in Karlsruhe umfasst und mit ausführlicher Einleitung und Registern erscheinen soll.

 

Erschließung und Digitalisierung der Handschriften des Fonds St. Georgen / Villingen

Leitung: Dr. Annika Stello (Karlsruhe), Dr. Christoph Mackert (Leipzig), Dr. Kerstin Losert (Stuttgart)
Ort der Bearbeitung: Handschriftenzentren an der UB Leipzig und der WLB Stuttgart
Wissenschaftliche Bearbeiter: Dr. Werner Hoffmann (Leipzig); Dr. Wolfgang Metzger (bis 15. Juli 2020), Dr. Eva Ferro (ab 1. Oktober 2020) (Stuttgart)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektbeginn: 1. August 2019
Projektlaufzeit: zunächst drei Jahre

Der säkularisierte Handschriftenbestand des Benediktinerklosters St. Georgen im Schwarzwald befindet sich heute geschlossen in der Badischen Landesbibliothek. Er setzt sich aufgrund von Zerstörungen und der späteren Umsiedlung des Klosters nach Villingen mehrheitlich aus Erwerbungen wohl des 17. Jahrhunderts zusammen und umfasst entsprechend eine Fülle unterschiedlicher Vor-Provenienzen.

Mehr als die Hälfte der 112 Handschriften ist ganz oder teilweise volkssprachigen Inhalts. Die große Zahl liturgischer Handschriften weist überdurchschnittlich viele Stücke mit hochwertiger Buchmalerei auf. Unter den St. Georgener Handschriften findet sich auch eine Reihe bekannter Einzelstücke wie das Wonnentaler Antiphonar, das unikal überlieferte Sanctilogium Salvatoris, ein reich illustriertes Exemplar der Konstanzer Konzilschronik, die älteste Handschrift der 24 Alten und die St. Georgener Predigten.

Aufgrund des besonderen Bestandsprofils wird die Tiefenerschließung verteilt an zwei entsprechend spezialisierten Handschriftenzentren durchgeführt: Die wissenschaftliche Bearbeitung der lateinischen Handschriften erfolgt an der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart, die deutschsprachigen Handschriften werden am Zentrum der Universitätsbibliothek Leipzig katalogisiert. 

In einer Übersicht der im Projekt bearbeiteten Handschriften werden Links zu bereits fertig gestellten Beschreibungen laufend aktualisiert.

Literatur: Annika Stello: DFG-Projekt mit Pilotcharakter bewilligt. - In: Südwest-Info: Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverbands Südwest (2019) 32, S. 5–8.

 

Erschließung der Drucke des 16. Jahrhunderts im VD 16

Bearbeitung: Ute Bauer
Projektstart: Januar 2021

Die Drucke des 16. Jahrhundert im Bestand der Badischen Landesbibliothek waren bis zum Jahr 2012 lediglich in den allgemeinen Katalogsystemen nachgewiesen. Seit 2012 erfolgte eine Erfassung von Neuerwerbungen und gelegentliche Nacherfassung bereits vorhandener Bestände im Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16). Zum Projektstart in Januar 2021 waren 75 Titel mit 76 Exemplaren und 16 Eigendigitalisaten im VD 16 verzeichnet. Insgesamt werden ca. 3.300 Titel im VD 16 zu erfassen sein. Unikale Drucke werden parallel zur Erschließung digitalisiert und über die Digitalen Sammlungen der BLB einsehbar gemacht.

 

Erschließung der historischen Kartensammlung

Leitung: Dr. Annika Stello
Bearbeitung: Ruth Ackermann, Janina Späth
Projektstart: 1. April 2022

Die historische Kartensammlung der Badischen Landesbibliothek ist bisher nur unzureichend erschlossen und wird nun Gegenstand eines größer dimensionierten Erschließungsprojekts. Die Sammlung gliedert sich in vier Teile verschiedener Provenienz mit unterschiedlichen Voraussetzungen für die Erschließung: die Karten der ursprünglich markgräflich-großherzoglichen Sammlung bzw. deren nach dem Zweiten Weltkrieg noch verbliebene Reste, die Karten aus der 1995 übernommenen Schlossbibliothek Baden-Baden, die Karten aus der Bibliothek des ehemals markgräflichen Gymnasiums in Karlsruhe und die Karten aus dem Fasanenschlösschen, die seit 1893 zum Bestand der BLB gehören und dessen Vernichtung im September 1942 als Auslagerungsgut überstanden.

Der Bestand der markgräflich-großherzoglichen Sammlung ist bereits in einem gedruckten Katalog analog erschlossen, jedoch nicht elektronisch recherchierbar. Die anderen Sammlungsteile sind noch gar nicht bearbeitet worden und bislang auch noch weitgehend ungeordnet. Zum Projektstart sind nur insgesamt 82 Signaturen – zumeist aufgrund von Digitalisierungsanfragen – im Verbundkatalog K10plus nachgewiesen.

Ziel ist die Erschließung der Sammlung nach Autopsie in K10plus bzw. IKAR inkl. Erfassung der Geodaten, die konservatorische Aufarbeitung der Karten für die künftige Benutzung und Lagerung sowie die Digitalisierung eines Teils der Karten, insbesondere solcher mit hohem Seltenheitswert und/oder starker regionalhistorischer Relevanz.

 

Erschließung des Nachlasses von Karl Albiker

Leitung: Dr. Annika Stello
Bearbeitung: Ralf Gnosa M.A.
Projektlaufzeit: 1. Oktober bis 31. Dzember 2022

Der Bildhauer Karl Albiker (1878–1961), geboren in Ühlingen im Südschwarzwald, war ab 1898 Meisterschüler der Karlsruher Kunstakademie und seit der gemeinsamen Studienzeit dort unter anderem mit dem expressionistischen Maler Karl Hofer befreundet. Nach einem Studienaufenthalt in Paris 1899/1900 lebte er in München und Rom, 1905 bezog er ein eigenes Atelier in Ettlingen. Im Jahr 1919 wurde Albiker als Professor an die Dresdner Kunstakademie berufen, außerdem war er auch an der Kunstgewerbeschule Dresden tätig. Er gehörte zu den bedeutenden Lehrern dieser Bildungsstätten und trat sowohl der 1927 gegründeten Badischen Secession als auch der Neuen Münchener Secession bei. Ab 1933 wurde er zu einem der begünstigsten Künstler des Dritten Reiches. Sein Atelier in Dresden wurde 1945 zerstört, 1947 kehrte er nach Ettlingen zurück. Sein Sohn Carl Albiker (1905–1996) war als Kunsthistoriker und Fotograf tätig; er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg einen Lehrauftrag für Fotografie an der Architekturabteilung der TH Karlsruhe. Sein Fotoarchiv hat er dem saai in Karlsruhe hinterlassen, es ist dort bereits durch ein Findbuch erschlossen. Im Teilnachlass Karl Albikers (K 3487) gibt es vielfach Überscheidungen mit der Hinterlassenschaft seines Sohnes, aber auch mit den ebenfalls in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrten Nachlässen von Max Laeuger und Leopold Ziegler. Der Nachlass mit Dokumenten und Korrespondenzen - u.a. mit Arno Breker, Josef Hegenbarth, Georg Kolbe, Max Laeuger, Wilhelm Landgraf, Gustav Seitz - soll in der Verbunddatenbank Kalliope erfasst und damit für die Forschung besser zugänglich gemacht werden. 

Digitalisierung

Digitalisierung von Beständen zur Bildungsgeschichte in Baden

Leitung: Dr. Jana Madlen Schütte, Gerrit Heim
Kooperationspartner: Badische Landesbibliothek, KIT-Bibliothek, KIT Institut für Technikzukünfte
Gefördert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg
Umfang: 95.5000 Images
Projektstart: 1. April 2022
Projektende: 31. März 2023

Ziel dieses Kooperationsprojekts ist die virtuelle Zusammenführung der Bestände der Badischen Landesbibliothek und der KIT-Bibliothek zum Themenfeld Bildungsgeschichte in Baden. Der Fokus des Projekts richtet sich auf die Digitalisierung von Monographien-, Periodika- und Ephemera-Beständen wie z.B. Schulprogrammen, Lehrerzeitungen und Lehrbüchern, aber auch Gründungsdokumenten der Polytechnischen Schule, Qualifikationsschriften ihrer Studierenden und Chroniken der Karlsruher Studentenverbindungen. 

Im Jahr 2025 wird das 200-jährige Jubiläum der Polytechnischen Schule in Karlsruhe gefeiert. Das Jubiläum wird Anlass sein, Geschichte, Gegenwart und Zukunft des KIT für breite Zielgruppen aufzubereiten. Die zur Digitalisierung ausgewählten Bestände sollen die breite Aufarbeitung dieses Themenfeldes durch die Forschung ermöglichen.

 

Digitalisierung der Donaueschinger Musikdrucke (Teilprojekt 2)

Leitung: Gerrit Heim
Gefördert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg
Umfang: 45.000 Images
Projektstart: 1. Juli 2022
Projektende: 30. September 2023

Gegenstand des Projekts ist die Digitalisierung eines zweiten Teilbestandes von Musikdrucken der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen im Umfang von 45.000 Seiten. Mit 3.612 Handschriften und 5.314 Drucken bilden die seit 1999 in der Badischen Landesbibliothek verwahrten Donaueschinger Musikalien eine der bedeutendsten Sammlungen ihrer Art im süddeutschen Raum von weit überregionaler Bedeutung. Die Digitalisierung der Musikdrucke schließt an die Digitalisierung der bereits vollständig digital verfügbaren Musikhandschriften an. Es ist Ziel der Badischen Landesbibliothek, die Donaueschinger Musikalien vollständig zu digitalisieren. Aufgrund des großen Umfangs der Sammlung kann dieses Ziel jedoch nur in einzelnen Schritten erreicht werden.

 

Bestandserhaltung

Papierentsäuerung

Leitung: Brigitte Knödler-Kagoshima
Förderung durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und das Landesrestaurierungsprogramm Baden-Württemberg

Die meisten zwischen 1850 und 1990 produzierten Papiere enthalten ligninhaltige Fasern und saure Substanzen. Im Laufe der Zeit verlieren sie ihre Stabilität, werden braun und brüchig. Archive und Bibliotheken setzen daher seit den 1990er-Jahren verschiedene Verfahren zur Papierentsäuerung ein. Die Dauerhaftigkeit der Papiere wird durch die Entsäuerung verbessert, indem die vorhandene Säure neutralisiert und eine alkalische Reserve eingebracht wird. Im Jahr 2017 konnte die Badische Landesbibliothek mit der Papierentsäuerung ihres stark nachgefragten „Oberrhein-Bestandes“ beginnen, der für die Badische Landesbibliothek besonders bedeutsamen Sammlung von Druckwerken mit inhaltlichem Bezug zur Region Oberrhein. Seither wurde das Projekt mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Landesrestaurierungsprogramms Baden-Württemberg jährlich fortgesetzt.

 

Nicht unterstützter Web-Browser!

Ihr verwendeter Web-Browser ist veraltet und kann daher einige der modernen Funktionen der Webseite www.blb-karlsruhe.de nicht unterstützen.
Um diese Webseite nutzen zu können und sich sicher im Internet zu bewegen, verwenden Sie bitte einen der folgenden Web-Browser:

Mozilla inc., Firefox
Google inc., Chrome
Google inc., Chromium