Laufende Projekte

Erschließung

Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften (Teil B)

Leitung: Dr. Julia Freifrau Hiller von Gaertringen, Dr. Christoph Mackert
Ort der Bearbeitung: Handschriftenzentrum der UB Leipzig
Wissenschaftliche Bearbeiterin: Katrin Sturm
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektbeginn: 1. Januar 2015, Projektlaufzeit: bis Dezember 2020

1993 wurde die Handschriftensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen vom Land Baden-Württemberg angekauft und so eine der bedeutendsten historischen Adelsbibliotheken für die Öffentlichkeit bewahrt. Die Handschriften wurden auf die beiden Landesbibliotheken in Stuttgart und Karlsruhe aufgeteilt. Die Badische Landesbibliothek Karlsruhe (BLB) erhielt die deutschsprachigen Stücke sowie einzelne Bände, die mit Karlsruher Provenienzen in Zusammenhang stehen. Ein erstes Projekt zur Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften der BLB, in dem die literarischen Handschriften nach den Richtlinien der DFG katalogisiert wurden, konnte 2013 erfolgreich abgeschlossen werden. In einer zweiten Projektphase werden seit dem 1. Januar 2015 am Handschriftenzentrum Leipzig nun die Handschriften der theologischen Prosa wissenschaftlich aufgearbeitet. Es werden insgesamt 72 Signaturen (62 Codices und zehn Fragmente) erschlossen. Die im Projekt entstehenden Handschriftenbeschreibungen und Erschließungsdaten werden kontinuierlich über das zentrale deutsche Handschriftenportal Manuscripta Mediaevalia publiziert (dort auch eine Projektbeschreibung). Alle Handschriften sind bereits vollständig bearbeitet worden, 44 Beschreibungen sind in Manuscripta mediaevalia erfasst. Die verbleibende Projektarbeitszeit ist für die Finalisierung der Katalogisate, für die Digitalisierung der Wasserzeichenbelege, für die Registererstellung und für den Projektbericht vorgesehen. - Stand: 24.7.2020.

Die bisherigen Ergebnisse beschreibt Katrin Sturm im Blog der UB Leipzig: Zeugnisse spätmittelalterlicher Frömmigkeit in Leipzig : Projekt zur ‚Neukatalogisierung der ehemals Donaueschinger Handschriften der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe (BLB)’ geht in die nächste Phase.

Erschließung und Digitalisierung der Handschriften des Fonds St. Georgen / Villingen

Leitung: Dr. Annika Stello (Karlsruhe), Dr. Christoph Mackert (Leipzig), Dr. Kerstin Losert (Stuttgart)
Ort der Bearbeitung: Handschriftenzentren der UB Leipzig und der WLB Stuttgart
Wissenschaftliche Bearbeiter: Dr. Werner Hoffmann (Leipzig), Dr. Wolfgang Metzger (Stuttgart)
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft
Projektbeginn: 1. August 2019
Projektlaufzeit: drei Jahre

Der säkularisierte Handschriftenbestand des Benediktinerklosters St. Georgen im Schwarzwald befindet sich heute geschlossen in der Badischen Landesbibliothek. Er setzt sich aufgrund von Zerstörungen und der späteren Umsiedlung des Klosters nach Villingen mehrheitlich aus Erwerbungen wohl des 17. Jahrhunderts zusammen und umfasst entsprechend eine Fülle unterschiedlicher Vor-Provenienzen.

Mehr als die Hälfte der 112 Handschriften ist ganz oder teilweise volkssprachigen Inhalts. Die große Zahl liturgischer Handschriften weist überdurchschnittlich viele Stücke mit hochwertiger Buchmalerei auf. Unter den St. Georgener Handschriften findet sich auch eine Reihe bekannter Einzelstücke wie das Wonnentaler Antiphonar, das unikal überlieferte Sanctilogium Salvatoris, ein reich illustriertes Exemplar der Konstanzer Konzilschronik, die älteste Handschrift der 24 Alten und die St. Georgener Predigten.

Aufgrund des besonderen Bestandsprofils wird die Tiefenerschließung verteilt an zwei entsprechend spezialisierten Handschriftenzentren durchgeführt: Die wissenschaftliche Bearbeitung der lateinischen Handschriften erfolgt an der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart, die deutschsprachigen Handschriften werden am Zentrum der Universitätsbibliothek Leipzig katalogisiert. 

In einer Übersicht der im Projekt bearbeiteten Handschriften werden Links zu bereits fertig gestellten Beschreibungen laufend aktualisiert.

Literatur: Annika Stello: DFG-Projekt mit Pilotcharakter bewilligt. - In: Südwest-Info: Mitteilungsblatt des VDB-Regionalverbands Südwest (2019) 32, S. 5–8.

Erschließung der Schlossbibliothek Baden-Baden

Leitung: Heike Susanne Lukas
Bearbeitung: Ruth Ackermann, Simone Fey, Margit Maurer, Sophie Pfadt
Projektstart: 1. August 2010

Die Schlossbibliothek Baden-Baden umfasst ca. 40.000 Bände. Gleich nach dem Umzug von Baden-Baden an die BLB wurden die Handschriften aus der Zeit von etwa 1770 bis 1920 sowie etwa 3.500 besonders kostbare oder seltene Drucke aussortiert und im Sammlungsmagazin aufgestellt. Diese wurden dann, mit Ausnahme der Musik, katalogisiert. Geschätzte 30.000 nicht rarifizierte Bände standen zu Projektbeginn noch zur Bearbeitung an. Das Projekt war zwischenzeitlich ausgesetzt und wurde im August 2018 wieder aufgenommen. Seit der Wiederaufnahme konnten bis April 2020 fast 19.000 Bände bearbeitet werden. Das Projekt wird 2020 fortgeführt.

Erschließung der Notendrucke in Musikernachlässen

Bearbeitung: Janina Späth
Projektstart: 1. Juni 2020

Der Bestand an Musikhandschriften der Badischen Landesbibliothek in den Musikernachlässen ist in RISM vollständig erschlossen. Die noch unbearbeiteten ca. 500 Musikdrucke in den Nachlässen von Johann Wenzel Kalliwoda, Franz Philipp, Ernst-Lothar von Knorr, Joachim Krebs und Josef Schelb werden ab Juni 2020 sukzessive im Katalog plus der BLB nachgewiesen.

Recherche nach NS-Raubgut in den Beständen der Badischen Landesbibliothek

Wissenschaftliche Bearbeiterin: Ulrike Vogl M.A.
Gefördert durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste und das Land Baden-Württemberg
Projektstart: 1. Januar 2020
Projektende: 31. Dezember 2020

Mit der Zerstörung des Gebäudes der Badischen Landesbibliothek am 3. September 1942 wurden sowohl die Bestände als auch das Verwaltungsschriftgut beinahe vollständig vernichtet. Heute noch vorhandenes NS-Raubgut befindet sich in jenen Beständen, die sofort nach dem Bombenangriff und mit finanzieller Unterstützung durch die zuständigen Reichsbehörden sehr rasch wieder aufgebaut worden sind. Im Projekt werden 950 Titel aus dem Zeitschriften-Zugang der Jahre 1942–1950 per Autopsie systematisch auf verdächtige Provenienzhinweise hin untersucht. Die Bände werden in sechs Verdachtskategorien klassifiziert und mit allen Provenienzmerkmalen und Verdachtsmomenten dokumentiert. Die Dokumentation erfolgt in der kooperativen Provenienzdatenbank Looted Cultural Assets.

Digitalisierung von Musikhandschriften (Teilprojekt 4) der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek aus den Beständen der Badischen Landesbibliothek

Leitung: Dr. Jana Madlen Schütte
Gefördert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg
Umfang: 60.000 Images
Projektstart: 1. Januar 2020
Projektende: 31. März 2021

Gegenstand des Projekts ist die Digitalisierung von Musikhandschriften der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen im Umfang von 60.000 Seiten.

Die Donaueschinger Musikhandschriften umfassen 3.612 Signaturen. Sie sind – neben den Donaueschinger Musikdrucken – Bestandteil der Musikaliensammlung der Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek Donaueschingen, die sich in der Obhut der Badischen Landesbibliothek befindet.

Es ist Ziel der Badischen Landesbibliothek, die Donaueschinger Musikalien vollständig zu digitalisieren. Aufgrund des großen Umfangs der Sammlung kann dieses Ziel jedoch nur in einzelnen Schritten erreicht werden. Nach Abschluss dieses vierten Teilprojektes werden alle Donaueschinger Musikhandschriften digitalisiert vorliegen.

Digitalisierung der Handschriften der Abtei Ettenheimmünster

Leitung: Dr. Jana Madlen Schütte
Umfang: 70.000 Images
Gefördert durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg im Rahmen des Projektes „Dokumentenerbe digital“
Projektstart: 1. Januar 2020
Projektende: 31. Dezember 2020

Gegenstand des Projekts ist die Digitalisierung von Handschriften aus der Provenienz Ettenheimmünster im Umfang von 70.000 Images.

Das Benediktinerkloster Ettenheimmünster wurde bereits im frühen 8. Jahrhundert gegründet. Nach einer bewegten Geschichte fiel es 1803 an Baden und wurde säkularisiert. Aus seiner umfangreichen Klosterbibliothek wählte die großherzogliche Hofbibliothek in Karlsruhe insgesamt 192 Kisten mit Büchern aus. Darunter befanden sich auch 411 Handschriften, die in mehreren Teilprojekten digitalisiert werden.

Digitalisierung des Badischen Anzeigeblattes für den Seekreis und des Großherzoglichen Badischen Allgemeinen Anzeigeblattes

Leitung: Dr. Jana Madlen Schütte
Umfang: 46.500 Images
Gefördert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg
Projektstart: 1. April 2020
Projektende: 31. März 2021

Gegenstand des Projekts ist die Digitalisierung der Zeitungen Großherzoglich Badisches Anzeigeblatt für den Seekreis (1810–1855) und Großherzoglich Badisches Allgemeines Anzeigeblatt (1856–1868) im Umfang von 46.500 Seiten.

Die Badische Landesbibliothek hat es sich zur Aufgabe gemacht, die badischen seriellen Quellen moderner Staatlichkeit sukzessive zu digitalisieren. Nachdem bereits verschiedene umfangreiche zentrale Publikationen dieser Art (z.B. die Gesetz- und Verordnungsblätter) digitalisiert worden sind, folgen nun auch die für einzelne Regionen bzw. Kreise erschienenen Publikationen. Zu diesen gehören die beiden genannten Anzeigenblätter.

Digitalisierung des Hoftagebuchs

Leitung: Dr. Jana Madlen Schütte
Umfang: 18.000 Images
Gefördert durch die Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg
Projektstart: 1. Oktober 2020
Projektende: 31. März 2021

Gegenstand des Projekts ist die Digitalisierung des Hoftagebuchs (1835–1917), das täglich vom Hoffourier, später Kammerfourier genannt, geführt wurde und über das Geschehen bei Hof und die diplomatischen Beziehungen Badens Auskunft gibt. Digitalisiert werden 82 Jahrgänge im Umfang von 18.000 Seiten, deren Bände ausschließlich aus dem Bestand der Badischen Landesbibliothek stammen.

Bestandserhaltung

Papierentsäuerung

Leitung: Brigitte Knödler-Kagoshima
Laufzeit: August-Dezember 2020
Gefördert mit Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Landesrestaurierungsprogramms Baden-Württemberg

Die meisten zwischen 1850 und 1990 produzierten Papiere enthalten ligninhaltige Fasern und saure Substanzen. Im Laufe der Zeit verlieren sie ihre Stabilität, werden braun und brüchig. Archive und Bibliotheken setzen daher seit den 1990er-Jahren verschiedene Verfahren zur Papierentsäuerung ein. Die Dauerhaftigkeit der Papiere wird durch die Entsäuerung verbessert, indem die vorhandene Säure neutralisiert und eine alkalische Reserve eingebracht wird. Im Jahr 2017 konnte die Badische Landesbibliothek mit der Papierentsäuerung ihres stark nachgefragten „Oberrhein-Bestandes“ beginnen, der für die Badische Landesbibliothek besonders bedeutsamen Sammlung von Druckwerken mit inhaltlichem Bezug zur Region Oberrhein. Das Projekt wurde auch 2018 und 2019 gefördert und wird 2020 weiter fortgesetzt. Wie in den Vorjahren hat die Badische Landesbibliothek Mittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und des Landesrestaurierungsprogramms Baden-Württemberg für die Entsäuerung ihres stark nachgefragten Oberrhein-Bestandes erhalten.