Die Rückkehr des Wigalois

Zu unserer internationalen und interdisziplinären Tagung

Die Rückkehr des Wigalois – eine Handschrift des 15. Jahrhunderts im Zentrum neuer Forschungsansätze

am 23./24. Juni 2022 sind Forschung und interessierte Öffentlichkeit herzlich eingeladen.

Die Tagung präsentiert und diskutiert erste Ergebnisse der nun wieder möglichen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Materialität der 2018 erworbenen Handschrift, ihrem Produktionszusammenhang und dem Buchmarkt am Oberrhein, für den sie hergestellt wurde. 

Leitung: Prof. Dr. Sabine Griese und Dr. Christoph Mackert, Universität Leipzig

Hände halten den Buchschnitt der Handschrift in die Kamera. Die Handschrift hat zwei Beschläge, auf dem Schnitt steht schlecht leserlich etwas geschrieben.

Nachdem es der Badischen Landesbibliothek Ende 2018 gelungen ist, die Handschrift Donaueschingen 71 für einen Millionenbetrag zu erwerben, steht dieses bedeutende Zeugnis des kulturellen Erbes der Forschung endlich wieder zur Verfügung. Zuvor ist der Codex, der einst zum Grundstock der berühmten, 1993 veräußerten Fürstlich Fürstenbergischen Hofbibliothek in Donaueschingen gehörte, der Wissenschaft über drei Jahrzehnte hinweg entzogen gewesen.

Die in vielfältiger Perspektive hochinteressante Handschrift entstammt dem Umfeld der erfolgreichen Handschriftenmanufaktur um Diebold Lauber im elsässischen Hagenau. Sie überliefert den Wigalois des Wirnt von Grafenberg, einen im 13. Jahrhundert entstandenen Artusroman, in einer reich illustrierten Fassung des 15. Jahrhunderts. Erzählt wird die Geschichte des Helden Wigalois, der am Hof des Königs Artus zum Ritter ausgebildet wird; von dort bricht er auf, um das Reich Korntin von seinem Usurpator Roaz zu befreien und seiner rechtmäßigen Königin Larie zurückzugeben.

Die Tagung in Karlsruhe blättert den Codex neu auf und richtet sich dabei explizit auch an die interessierte Öffentlichkeit.

Sie diskutiert erste neue Ergebnisse zur Materialität der Handschrift, zu ihrem Produktionszusammenhang und zu ihrem Absatzmarkt am Oberrhein.

Sie fragt nach den weiteren Aufgaben einer interdisziplinären und mehrperspektivischen Forschung in produktiver Verbindung von Bibliothek, Digitalität, Universität und Öffentlichkeit.

Sie entschlüsselt den mittelalterlichen Artusroman in seiner spezifischen und im 21. Jahrhundert durchaus erläuterungsbedürftigen Form und bringt ihn auf die Bühne der Gegenwart.

Ein grenzüberschreitender Besuch der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg weitet den Blick auf dort verwahrte Handschriften der Hagenauer Maler- und Schreiberwerkstatt.

Wir laden Sie herzlich dazu ein!

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Die Tagung ist eine Kooperation mit der Universität Leipzig und der Universitätsbibliothek Leipzig.

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