Zerstörung 1942 und Wiederaufbau ab 1946

Anders als die Handschriften, Inkunabeln und einzelne weitere Zimelien wurden die Drucke während des Zweiten Weltkrieges nicht ausgelagert, da die Bibliothek ihren Nutzern weiterhin zur Verfügung stehen sollte.

Bei einem schweren Luftangriff auf Karlsruhe in der Nacht vom 2. auf den 3. September 1942 wurde das Sammlungsgebäude bombardiert. Die Bibliothek brannte völlig aus und verlor nahezu ihren gesamten Bestand an Druckschriften, damals 367.000 Bände. Nur 1.274 Druckschriftenbände wurden nach der Brandnacht als noch vorhanden gezählt. Auch sämtliche Verwaltungsakten wurden vernichtet. Lediglich der Dienstkatalog der Bibliothekare blieb in einem Luftschutzkeller verschont.

Im Anschluss an die Zerstörung musste die Badische Landesbibliothek sich in anderen Gebäuden notdürftig einrichten, bis auch diese Häuser von Bomben getroffen wurden. Schließlich wurden die Kellerräume des ehemaligen Sammlungsgebäudes am Friedrichsplatz zum letzten Unterschlupf.

Die wenigen aus den Kellern evakuierten Bestandsreste und die zum Wiederaufbau neu beschafften Bestände wurden zunächst an Auslagerungsorte verbracht. Bis April 1947 wurden sie nach Karlsruhe zurückgeholt und erst einmal im nordwestlichen Magazinflügel des Generallandesarchivs aufgestellt.

Im Januar 1950 wurde im Generallandesarchiv ein regulärer Benutzungsbetrieb wiederaufgenommen. Dieses Nachkriegsprovisorium sollte fünfzehn Jahre währen. Erst im Dezember 1964 konnte ein eigener Bibliotheksneubau im Nymphengarten bezogen werden.

Blick vom Rathaus auf das von Rauchschwaden umhüllte Sammlungsgebäude
in der Nacht vom 2. zum 3. September 1942

Stadtarchiv Karlsruhe, 8/Alben 412/17

Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Karlsruhe

Die völlig zerstörte Badische Landesbibliothek im Sammlungsgebäude am Friedrichsplatz.
Blick auf den Brandschutt im Treppenhaus.

September 1942.
Fotografie von H. Wicjer.

Stadtarchiv Karlsruhe, 8/Alben 225/59

Mit freundlicher Genehmigung des Stadtarchivs Karlsruhe

Handschriften-Benützung 1946ff.

Vom 29. April 1946 an werden die den Handschriften-Bestand betreffenden Anfragen und die Art ihrer Erledigung verzeichnet. Am 27. März 1947 erhielt der Bamberger Kirchenhistoriker Ludger Meier als erster die Auskunft: „Hss. können jetzt eingesehen werden.“ Die Handschriften waren aus ihren Evakuierungsorten zurückgeführt worden.

Badische Landesbibliothek

Entleiher-Listen Nr. 1ff.
Beginn: 1946/47. Ende: Frühjahr 1955.

Am 15. Januar 1947 wurde ein provisorischer Benutzungsbetrieb wieder aufgenommen. Jeder Nutzer erhielt eine fortlaufende Stammnummer, sein Name wurde zunächst noch ohne Adresse, später mit Adresse in ein Benutzerbuch notiert. Erst 1955 wurden die Listen durch ein alphabetisches Stammkartenregister abgelöst.

Badische Landesbibliothek

Vermittlungsbuch 3.11.1948 – 14.3.1956

Das Vermittlungsbuch verzeichnet die Entleihungen im nehmenden Leihverkehr. Es startet am 3.11.1949 mit der Nummer 591. Das vorausgehende Vermittlungsbuch ist nicht überliefert.

Badische Landesbibliothek

Lesezimmer in der Notunterkunft der Badischen Landesbibliothek im Generallandesarchiv.
Um 1951.
Fotograf: Erich Bauer, Industrie-Aufnahmen, Werbe-Photos, Karlsruhe.

Ein regulärer Publikumsbetrieb mit Präsenzbenutzung, Ausleihe und Buchversand an auswärtige Benutzer konnte erst am 14. Januar 1950 im Magazinflügel des Generallandesarchivs an der Maximilianstraße wiederaufgenommen werden. Dort hatte die Landesbibliothek schon 1947 eine „dauerhafte Notunterkunft“ gefunden.

Badische Landesbibliothek

Benutzungsordnung der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe. April 1951
Karlsruhe: Badische Landesbibliothek, 1951.

Das war der Moment, eine neue, die erste Nachkriegs-Benutzungsordnung zu erlassen; sie datiert vom April 1951 und umfasst drei Seiten.

Badische Landesbibliothek, O 56 B 43

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