Armeezeitungen

Die Somme-Wacht, Kriegszeitung der 1. Armee, Nr. 49 vom 29.4.1917. Grafik von Robert Emil Stübner.

Außer den Zeitungen kleinerer Heeresverbände, die mit einfachen Mitteln unweit der Schützengräben erstellt wurden, entstanden bald auch die Zeitungen der Armeen. Sie starteten als reine Nachrichtenorgane und entwickelten sich bedarfsgerecht schnell zu Unterhaltungsblättern. Wegen ihres größeren Publikums waren die Armeezeitungen inhaltlich allgemeiner gehalten und hatten einen offiziösen Charakter. Ihre Auflagen erreichten bis zu 50.000 Exemplare. 

Namhafte Verleger wie Ludwig Munzinger (3. Armee) und Anton Kippenberg (4. Armee), erfahrene Blattmacher wie Paul Oskar Höcker von Velhagen & Klasings Monatsheften (6. Armee) und angesehene Künstler wie Karl Arnold vom Simplicissimus leisteten in den Redaktionen der Armeezeitungen ihren Kriegsdienst.

Die professionell redigierten Armeezeitungen erlebten stets wachsende Auflagen bis zum Kriegsende, konnten Bild- und Literaturbeilagen oder Sonderhefte herausbringen. Geschäftsstellen wurden eingerichtet, über die vielfach auch ein Bezug im Reichsgebiet möglich wurde.

In den Armeedruckereien wurden auch alle übrigen Drucksachen für den Befehlsbereich hergestellt: So gab die Kriegszeitung der 7. Armee als Arbeitsleistung eines Monats im Jahre 1916 an: 264.000 Zeitungsnummern zu 8 Seiten, 9.000 Sonderausgaben des Tagesberichts, 62.000 Formulare aller Art, 5.600 Anschläge, 26.000 Konzertprogramme, 3.000 Theaterprogramme, 7.000 religiöse Flugschriften.

Ardennen: Die Kriegszeitung der 3. Armee in Charleville

Illustrierter Zeitungskopf. Ein Adler fliegt vor der Sonne und trägt eine Krone auf dem Haupt.

Champagne-Kamerad. Feldzeitung der 3. Armee.
Charleville: Armeedruckerei.
2 (1915/16) Nr. 14 vom 19.3.1916.

Der Champagne-Kamerad, die Feldzeitung der 3. Armee, wurde ab Dezember 1915 in einer französischen Emailleschilderfabrik in Charleville gedruckt.

Es erschienen 150 Nummern.

Zeitraum: 18.12.1915-27.10.1918.

Periodizität: wöchentlich.

Umfang: 8, ab 1.4.1916: 12, ab 3.12.1916: 16 Seiten.

Auflage: 25.000-50.000

Der Champagne-Kamerad verfügte über eine gediegene Bildausstattung und galt als die reichhaltigste deutsche Feldzeitung überhaupt.

Schriftleiter war Ludwig Munzinger (1877-1957), bis 1907 stellvertretender Chefredakteur der Allgemeinen Zeitung in München, dann Chefredakteur der nationalliberalen Badischen Landeszeitung in Karlsruhe, seit 1913 Herausgeber des noch heute bestehenden Informationsdienstes „Munzinger-Archiv“.

Aufgeschlagen ist die Nummer 14 vom 19. März 1916, denn hier ist in der Rubrik „Briefe aus der Heimat“ ein Brief der badischen Schriftstellerin Hermine Villinger abgedruckt, den sie am 7. März 1916 an ihren „in der wischte Champagne“ stationierten Sohn Fritz gesandt hat.

Badische Landesbibliothek: Zc 96
bis 1942 vorhanden: *Aa 61 Nr. 50

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

 

Rätselseite in einer Zeitung. Es sind Bilder-, sowie Worträtsel enthalten.

Champagne-Kamerad. Feldzeitung der 3. Armee.
4 (1917/18) Nr. 99 vom 4.11.1917.

Im April 1916 war der Champagne-Kamerad „einem vielfach ausgesprochenen Wunsch“ entsprechend zur Fraktur gewechselt. Die letzte Seite enthielt jeweils Rätsel und Denksportaufgaben für die Soldaten der 3. Armee.

Badische Landesbibliothek, Zc 96
bis 1942 vorhanden: *Aa 61 Nr. 50

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an eben diesen anlehnt und eine deutsche Fahne in der Hand hat. Unter dieser steht „Baut diesen die Zukunft Zeichnet Kriegsanleihe!“

Champagne-Kamerad. Feldzeitung der 3. Armee.
5. 1918 Nr. 139 vom 11.8.1918, S. 1.

Ab August 1918 erschien der Champagne-Kamerad „gezwungen durch die Schwierigkeiten der Papierherstellung in der Heimat“, in kleinerem Format.

Nr. 149 druckte vier Entwürfe von Armeeangehörigen für die 9. Kriegsanleihe ab, die aus einem Preisausschreiben des Armee-Oberkommandos im Juli 1918 als Preisträger hervorgegangen waren.

Badische Landesbibliothek: Zc 96
bis 1942 vorhanden: *Aa 61 Nr. 50

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Annonce im Champagne-Kamerad für die Postkartenfolge.

Postkartenfolge. Annonce im Champagne-Kamerad
Nr. 19 vom 23.4. 1916.

Ab Frühjahr stellt die Druckerei der 3. Armee in Charleville auch Postkarten aus dem ihr vorliegenden Bildmaterial her. Die Postkarten konnten in den Feldbuchhandlungen oder per Post bezogen werden. Die Produktion wurde ebenso wie die umfangreiche Buchproduktion immer wieder in der Zeitung beworben.

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Annonce für den Brieftaschenatlas der Armeedruckerei.

Annonce für den Brieftaschenatlas der Armeedruckerei im Champagne-Kamerad
Nr. 35 vom 13.8.1916.

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Annonce für das Fotoalbum „Anno Dazumal“.

Annonce für das Fotoalbum „Anno Dazumal“ im Champagne-Kamerad
Nr. 36 vom 20.8.1916.

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Annonce für die 2. Folge des Fotoalbums „Anno Dazumal“.

Annonce für die 2. Folge des Fotoalbums „Anno Dazumal“ im Champagne-Kamerad
Nr. 82 vom 8.7.1917.

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

Zu sehen ist der Einband eines Erinnerungsalbums. Gestalterisch ist die Silhouette eines Soldaten in einem ovalen Rahmen auf grünem Hintergrund zu erkennen.

Anno dazumal in der Champagne.
Erinnerungs-Blätter des Champagne-Soldaten. Hrsg. vom „Champagne-Kamerad“, Feldzeitung d. 3. Armee.
Folge 1. 11.-30. Tausend. Charleville: Armeedruckerei [1916].
Folge 2. Charleville: Armeedruckerei [1917].

Ebenso wie die „Bilder aus der Champagne“ des VIII. Reserve-Korps enthalten auch die beiden Erinnerungsalben der 3. Armee eine Mischung aus Fotos vom Lagerleben, aus den Schützengräben und Unterständen, aus Lazaretten und von Soldatengräbern, dazu von den zerstörten Ortschaften der Champagne.

Die Alben wurden in Auflagen von mehr als 30.000 Exemplaren hergestellt und zum Preis von 85 Pfennig an die Leser abgegeben.

Hier aufgeschlagen: Folge 1, S. 44f.: Sport hinter der Front.

Badische Landesbibliothek: ZA 1162
bis 1942 vorhanden: Yb 502

Zum Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

 

Annonce für das „Feldgraue Heimatbuch“.

Annonce für das „Feldgraue Heimatbuch“ im Champagne-Kamerad
Nr. 48 vom 12.11.1916.

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

Buchcover des Buches „Das Feldgraue Heimatbuch“.

Das feldgraue Heimatbuch.
Eine Auslese aus der Feldzeitung der 3. Armee, dem Champagne-Kamerad, besorgt von Ludwig Munzinger.
Leipzig: Grethlein 1916.

Ein Zeugnis der Erinnerungskultur werden sollte auch das Feldgraue Heimatbuch, das im Champagne-Kamerad als Weihnachtsgeschenk für Soldaten inseriert wurde. Hier waren 20 der „Briefe aus der Heimat“ abgedruckt, die Ludwig Munzinger als Redakteur der Feldzeitung von bekannten Persönlichkeiten erbeten hatte. Auch der Brief von Hermine Villinger ist hier wiederabgedruckt.

Badische Landesbibliothek, 113 E 1966
bis 1942 vorhanden: Ya 259

Zum Digitalisat der UB Tübingen

Annonce für den „Deutschen Armee-Sport-Ratgeber“.

Annonce für den „Deutschen Armee-Sport-Ratgeber“ im Champagne-Kamerad
Nr. 64 vom 4.3.1917.

Illustrierter Leitfaden für den Sportbetrieb der Truppen im Felde und in der Heimat. Von Sportlehrer W. Dörr.
Charleville: Armeeedruckerei 1917.

Zu den wichtigsten Beschäftigungen der Soldaten im Frontheer gehörte der Sport. Wie Sportlehrer Dörr hier ausführt, zeigte sich, dass „besonders die einschlaegigen Uebungen des Laufens, Springens, Werfens und des Schwimmens bei sinngemaesser Anwendung in ganz hervorragendem Masse geeignet sind, die koerperliche Leistungsfaehigkeit des Soldaten zu heben, seinen Gesundheitszustand guenstig zu beeinflussen und seine Nerven abzuhaerten.“ Damit der Armeesport auch dort ohne „uebermaessige Anstrengung“ leistungsfördernd betrieben werden könne, wo keine Fachleute zur Verfügung standen, gab das AOK 3 dieses kleine Lehrbuch mit praktischen Hinweisen, Fotos und Übungstafeln heraus.

Universitätsbibliothek Mannheim: NB 3709

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

Deutscher Armee-Sport-Ratgeber. Illustrierter Leitfaden für den Sportbetrieb der Truppen im Felde und in der Heimat. Von Sportlehrer W. Dörr.
Charleville: Armeeedruckerei 1917.

Zu den wichtigsten Beschäftigungen der Soldaten im Frontheer gehörte der Sport. Wie Sportlehrer Dörr hier ausführt, zeigte sich, dass „besonders die einschlaegigen Uebungen des Laufens, Springens, Werfens und des Schwimmens bei sinngemaesser Anwendung in ganz hervorragendem Masse geeignet sind, die koerperliche Leistungsfaehigkeit des Soldaten zu heben, seinen Gesundheitszustand guenstig zu beeinflussen und seine Nerven abzuhaerten.“ Damit der Armeesport auch dort ohne „uebermaessige Anstrengung“ leistungsfördernd betrieben werden könne, wo keine Fachleute zur Verfügung standen, gab das AOK 3 dieses kleine Lehrbuch mit praktischen Hinweisen, Fotos und Übungstafeln heraus.

Universitätsbibliothek Mannheim, NB 3709

Umschlag des Buches „Deutscher Führer durch Sedan und Umgebung“.

Deutscher Führer durch Sedan und Umgebung.
Charleville: Armeedruckerei 1917.

Drei Jahre nach Kriegsbeginn gab die Redaktion des Champagne-Kamerad diesen Reiseführer heraus. Er sollte „den Kameraden ein zuverlässiger Führer durch Sedan und seine Schlachtfelder sein und schließlich eine Erinnerung an die große Zeit des selbsterlebten Krieges und an den Besuch der geweihten Stätten um Sedan.“ Die auf feinem Kunstdruckpapier gedruckte Broschüre ist reich mit Fotos ausgestattet.

Unter den nützlichen Reisetipps finden sich auch die Adressen von Meldestellen, Lazaretten, Soldatenheimen, deutschen Wirtschaften, Einkaufsgelegenheiten, Badeanstalten, Gottesdiensten und Unterhaltungsangeboten. Eine eingeheftete Kartepräsentiert die besonderen Kriegsgedenkstätten in rotem Eindruck.

Badische Landesbibliothek: 113 E 4769

Nicht digitalisiert

Übersichtskarte der französischen Stadt Sedan.

Übersichtskarte von Sedan und Umgebung.
Aus: Deutscher Führer durch Sedan und Umgebung. Charleville: Armeedruckerei 1917.

Schwarz-weiß Fotografie des Maschinensaals des Champagne-Kamerad in Charleville.

Setzersaal und Maschinensäle des Champagne-Kamerad in Charleville 1916.

Mit der Nummer 25 vom 4. Juni 1916 feierte der Champagne-Kamerad sein erstes Jubiläum und berichtete in der bebilderten Beilage über sich selbst.

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

Annonce für die Neuerscheinungen „Wie der brave und tapfere Kanonier Müller seinen Krieg erlebt“ und „Die deutschen Brüder“.

Annonce für die Neuerscheinungen „Wie der brave und tapfere Kanonier Müller seinen Krieg erlebt“ und „Die deutschen Brüder“ im Champagne-Kamerad
Nr. 98 vom 28.10.1917.

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

Annonce für „Landser unter sich“.

Annonce für „Landser unter sich“ im Champagne-Kamerad
Nr. 148 vom 13.10.1918.

Zum Digitalisat der UB Heidelberg

Titelseite des Champagne-Kameraden. Zu sehen ist eine Illustration, mittig steht eine brennende Kerze. Auf der einen Seite lehnt sich ein Soldat gegen diese und liest. Auf der anderen Seite der Kerze sitzt eine Krähe auf einem Ast.

Landser unter sich. Eine lustige Auslese aus dem Champagne-Kamerad. Mit 30 Bildern von dem Gefreiten J. Sauer.
Charleville: Armeedruckerei - Verlag der Feldzeitung der 3. Armee 1915.

Badische Landesbibliothek: 113 E 4771

Nicht digitalisiert

Zu sehen ist eine Zeitungsseite aus „Der Feldgraue Bauer“ vom 24. Juni 1917. In der Kopfzeile ist eine Illustration eines Farmers auf einem Feld zu sehen.

Der feldgraue Bauer.
Hrsg. beim Armee-Ober-Kommando 3.
Charleville: Armeedruckerei.
3 (1917) Nr.13 vom 24.6.1917.

Das Oberkommando der 3. Armee gab unter der Schriftleitung des Leutnants Rippelbeck, seines Landwirtschaftlichen Sachverständigen, ab April 1917 auch ein landwirtschaftliches Wochenblatt Der feldgraue Bauer heraus, das sich mit allen Fragen der Land- und Ernährungswirtschaft im Armeebezirk befasste.

Es erschienen 81 Nummern.

Zeitraum: 1.4.1917-13.10.1918.

Periodizität: wöchentlich.

Umfang: 4 Seiten.

Auflage: 1.200

Die Lebensmittelverknappung in der Heimat erforderte eine möglichst weitgehende Ausnutzung der Landwirtschaft in den besetzten Gebieten, der Heeresbedarf an Nahrungs- und Futtermitteln musste vor Ort gedeckt werden. Das neugegründete Blatt lieferte dabei Hilfestellung.

Die Nummer vom 24. Juni 1917 informiert umfassend über Kaninchenhaltung, aber auch über die Ernährung von Ziegenlämmern in den ersten Lebenswochen, richtiges Hacken, den Wurzelbrand bei Rüben und den Anbau von Rosenkohl.

Lippische Landesbibliothek Detmold: Slg 49 Nr 10

Zum Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz (diese Nummer fehlt)

Zu sehen ist eine Zeitungsseite aus „Die Stafette“ vom 7. Oktober 1918. Es wird von dem deutschen Heer berichtet.

Die Stafette in Champagne und Argonnen. Hrsg. beim Unterrichts-Offizier des A.O.K.
Charleville: Armeedruckerei.
5 (1918) Nr. 199 vom 5.10.1918.

Ab 23. März 1918 erschien täglich Die Stafette in Champagne und Argonnen als Einblattdruck, der in der 3. Armee die wichtigsten politischen und militärischen Nachrichten verbreitete. Die letzte, großangelegte Offensive der deutschen Streitkräfte an der Westfront nach Abschluss des Friedensvertrags mit Russland machte am Ende des Krieges wie am Anfang einen solchen Zeitungsdienst wieder erforderlich.

Es erschienen 222 Nummern.

Erste Nummer: 23.3.1918

Letzte Nummer: 1.11.1918

Periodizität: täglich

Die Stafette wurde, wie auch im Kopf des Blattes abgebildet, von Kraftradfahrern verteilt. Ein solcher war auch der Absender der beiden in der Lippischen Landesbibliothek überlieferten Exemplare: Sergeant Budenberg von der Fuhrpark-Kolonne 21 ist als Einlieferer mit Bleistift darauf vermerkt.

Lippische Landesbibliothek Detmold: Slg 49 Nr 44

Zum Digitalisat der Lippischen Landesbibliothek

Flandern: Die Kriegszeitung der 4. Armee in Gent

Zu sehen ist eine Zeitungsseite der Kriegszeitung der 4. Armee vom 31. Mai 1917. Zentral ist eine Zeichnung einer Personifikation der Zeit zu sehen.

Kriegszeitung der 4. Armee.
Gent: Etappendruckerei.
Nr. 254 vom 31.5.1917.

Die Kriegszeitung der 4. Armee wurde ab November 1914 im belgischen Thielt, später in Gent herausgegeben und erschien zweimal wöchentlich. Gedruckt wurde in den Druckereien von Le Flandre liberale und Het Vaderland.

Es erschienen 401 Nummern.

Zeitraum: 26.11.1914-7.11.1918

Periodizität: donnerstags und sonntags

Umfang: 4 Seiten, später 8 Seiten

Auflage: 5.000 – wachsend auf 50.000

Ab April 1916 wurde die Zeitung von Anton Kippenberg (1874-1950) geleitet, dem Inhaber des Leipziger Insel-Verlags, der als Hauptmann der Landwehr im AOK 4 diente. Er vertrat einen hohen literarischen und künstlerischen Anspruch.

Lippische Landesbibliothek Detmold: Slg 49 Nr 24
BLB bis 1942: *Aa 61 Nr. 47

Zum Digitalisat der Lippischen Landesbibliothek
Zum Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz
Zum Digitalisat der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg

Zu erkennen ist ein Zeitungsseite, auf der die Zeitungs-Beilagen „Lose Blätter“ gezeigt werden.

Lose Blätter. Beilage zur Kriegszeitung der 4. Armee.
Gent: Armeedruckerei.
Nr. 78 vom 10.11.1916.

Die Kriegszeitung der 4. Armee verfügte seit April 1915 über eine wöchentliche Beilage auf fein gestrichenem Kunstdruckpapier namens Lose Blätter. Diese enthielt zumeist illustrierte Beiträge zu Kultur und Geschichte des Besatzungsgebietes, die die Leser mit Land und Leuten in Flandern bekanntmachen sollten.

Nr. 78 vom 19. November 1916 zeigte in Fotos den Wandel des Erscheinungsbildes der Zeitung seit ihren Anfängen, dazu Fotos von Herstellung und Versand des Blattes.     

Lippische Landesbibliothek Detmold: Slg 49 Nr 25
BLB bis 1942: *Aa 61 Nr. 47

Zum Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Zeichnung eines flämischen Mädchens, das zur Seite blickt. Ihre Haare sind hochgesteckt, sie trägt ein silbernes Amulett um den Hals, eine dunkle Jacke und hält eine zarte rosa Blume in der Hand.

Flämisches Mädchen.
Steinzeichnung von Fritz Breest.
Aus: Lose Blätter. Beilage zur Kriegszeitung der 4. Armee Nr. 136 vom 8.4.1916.

Einer der bei der Kriegszeitung der 4. Armee tätigen drei Zeichner und Karikaturisten war der Hamburger Maler und Grafiker Fritz Breest (1871-1931). Der Nummer 136 vom 8. April 1916 lag diese Originallithografie aus seiner Werkstatt bei.

Lippische Landesbibliothek Detmold: Slg 49 Nr 25
BLB bis 1942: *Aa 61 Nr. 47

Zum Digitalisat der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz

Zu erkennen ist die Titelseite des Werkes „Flandern und Brabant im Wandel der Geschichte“.

Flandern und Brabant im Wandel der Geschichte.
Von Dr. Erwin Anders, freiwilligen Krankenpfleger.
6.-10. Tausend. Gent: Etappendruckerei 1917.

In einer Reihe von Aufsätzen hatte der Historiker Erwin Anders den Lesern der Kriegszeitung der 4. Armee Land und Leute in Flandern nahezubringen versucht. Auch sein in mehreren Auflagen erschienener Deutscher Soldaten-Führer durch Gent hatte den Bildungswillen der deutschen Besatzer beschworen. Das große Interesse an diesen Texten veranlasste Kippenberg 1917, die Aufsätze im Verlag der Armeezeitung als Sammlung herauszugeben.

Badische Landesbibliothek: 113 E 3449

Nicht digitalisiert

Umschlag „Krieg in Flandern“. Abgebildet ist eine Illustration, auf der, im Hintergrund, eine zerstörte Stadt zu sehen ist. Im Vordergrund steht der Rest eines Baumes, auf dessen letztem Ast ein Spatz sitzt.

Krieg in Flandern. Gedichte von Soldaten der 4. Armee. Des „Kriegsbuchs der 4. Armee“ erster Teil.
Stuttgart, Berlin: Deutsche Verlagsanstalt 1917.

An die Kriegszeitung der 4. Armee eingelieferte Gedichte von Soldaten sammelte Kippenberg in einem Band, den er 1917 in der renommierten Deutschen Verlagsanstalt erscheinen ließ. Ein zweiter Teil erschien ebenfalls 1917 unter dem Titel Flandrische Erde in Stimmungen und Bildern.

Badische Landesbibliothek: 114 E 224,1

Nicht digitalisiert

Zu sehen ist eine Zeitungsseite der Kriegszeitung der 4. Armee vom 24. Dezember 1917. Zentral ist eine Zeichnung des Christkinds in der Krippe unter einem Nachthimmel zu sehen.

Weltweihnacht. Lithografie von Lucian Bernhard.
Kriegszeitung der 4. Armee. Nr. 312 vom 24.12.1917.

An der Kriegszeitung der 4. Armee wirkte auch der Typograf und Designer Lucian Bernhard (1883-1972) mit.

Bernhard arbeitete seit 1901 als Werbegrafiker in Berlin. Von ihm stammten wegweisende Plakatentwürfe für die Firmen Pelikan, Kaffee Hag, Bosch und Faber-Castell, für die Zigarettenmarke Manoli und die Schokoladenfabrik Stollwerck. In den Jahren 1910 bis 1920 entwarf Bernhard als künstlerischer Leiter der Deutschen Werkstätten Hellerau Möbel, Tapeten, Teppiche und Leuchten. 1923 wurde er als erster Professor für Gebrauchsgrafik überhaupt an die Akademie der Künste in Berlin berufen. Ab 1925 lebte er in den USA. Als Typograf entwickelte er zwischen 1912 und 1938 mehr als 30 eigene Schriften.

Dieser schon 1914 weltbekannte Künstler war im Ersten Weltkrieg zum Dienst in der 4. Armee verpflichtet. Nicht ohne konkrete Folgen: Die Kriegszeitung der 4. Armee stellte mit Nummer 146 vom 23. April 1916 vom Druck mit französischen Antiqua-Lettern auf die von Lucian Bernhard 1912 entwickelte Bernhard-Fraktur um.

Lippische Landesbibliothek Detmold: Slg 49 Nr 24
BLB bis 1942: *Aa 61 Nr. 47

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Zum Digitalisat der Bibliothèque nationale et universitaire de Strasbourg

Zu erkennen ist die Titelseite des Werkes „Im Ruhestädtchen“.

Im Ruhestädtchen.
Hrsg. von der Kriegszeitung der 4. Armee. Bilder von Gefr. Plontke.
Stuttgart: Franckh, [1917].

Der Maler und Zeichner Paul Plontke (1884-1966) war der Dritte im Bunde der Zeichner der Kriegszeitung der 4. Armee. An den Kunstakademien in Breslau und Dresden ausgebildet, hatte er 1914 gerade den Großen Staatspreis für Malerei in Berlin erhalten. Nach dem Krieg war er Professor in Berlin. Er illustrierte auch die Schnurren des Unteroffiziers Fritz Pinger aus dem Soldatenleben, die 1917 in der Franckh’schen Verlagshandlung in Stuttgart gedruckt wurden.

Badische Landesbibliothek: 113 E 4772

Nicht digitalisiert

Zu sehen ist der Umschlag des Flandrischen Bilderbuchs. Über dem Titel steht ein Ritter, der sein Schwert mittig vor sich hält, mit der Spitze zum Boden. Hinter seinem Kopf verläuft ein blaues Banner.

Flandrisches Bilderbuch. Hrsg. von der Kriegszeitung der 4. Armee.
11.-24. Tausend. Berlin: Eysler, 1918.

Auch das Umschlagmotiv des Flandrischen Bilderbuchs stammt von Lucian Bernhard. Als „ein liebes Andenken an dieses Land und eine bleibende Erinnerung“ gab Anton Kippenberg 1918 diese Auswahl von Karikaturen und Bildergeschichten aus der Kriegszeitung der 4. Armee heraus.

Badische Landesbibliothek: 113 E 2613
bis 1942 vorhanden: Aa 1286

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Karikatur zur Siegfriedstellung. Zu erkennen ist ein Skelett, dass neben aufgestellten Soldaten Geige spielt. Im Himmel ist Hindenburgs Gesicht zu erkennen.

Aufgeschlagen ist außerdem die Karikatur „Die Siegfriedstellung“ von Lucian Bernhard. Die Siegfriedstellung bestand als Defensivstellung der deutschen Truppen an der Westfront seit März 1917. Mit ihrem Durchbruch Ende September 1918 war das Ende des Ersten Weltkriegs besiegelt, denn östlich dieser Stellung gab es keine militärischen Befestigungsanlagen mehr, die einen Einmarsch der Alliierten in deutsches Reichsgebiet hätten aufhalten können.

Badische Landesbibliothek: 113 E 2613
bis 1942 vorhanden: Aa 1286

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