Finanzierung und Vertrieb
Zu ihren Lesern an die Front gelangten die Zeitungen üblicherweise über die interne Verteilung oder im Sammelbezug über die Feldpost. Erhältlich waren sie selbstverständlich auch in den Feldbuchhandlungen. Und sie lagen in den Lesezimmern der Soldatenheime aus. Straßenverkauf ist nur von der Balkanfront bekannt.
Die Kosten für die Herstellung einer Feldzeitung waren denkbar gering. Betriebskosten für die im Normalfall requirierten Maschinen und Gebäude fielen nicht an. Gehälter an Redakteure, Setzer und Drucker und Honorare an Autoren – allesamt Militärpersonen – wurden nicht gezahlt. Vertriebskosten entstanden nicht. Allerdings mussten die Verbrauchsmaterialien Papier, Gießmetall und Druckerfarbe und die Löhne für dienstverpflichtete einheimische Zivilisten finanziert werden.
Einnahmen wurden im Wesentlichen durch Bezugsgelder erzielt. Häufig wurde die Zeitung an die eigenen Truppenteile unentgeltlich abgegeben und gegen Bezugsgebühr auch anderen Formationen überlassen. Und im Regelfall war der Bezugspreis für Abonnenten in der Heimat höher als der für Abnehmer an der Front – der Champagne-Kamerad finanzierte sich vor allem über seine 3.000 zahlenden Abonnenten im Reich. Einnahmen aus dem Akzidenzdruck und dem Verlagsgeschäft dienten der Refinanzierung der Zeitungen. Überschüsse wurden mit Stolz der Verwundeten- oder Hinterbliebenenfürsorge der eigenen Truppe zugewandt.