Nuklearkatastrophe von Tschernobyl
Literatur, Datenbanken und Informationsquellen
Vor 40 Jahren, am 26. April 1986, erschütterten mehrere Explosionen das in der heutigen Ukraine gelegene Kernkraftwerk Tschernobyl. In Folge wurden nicht nur die nähere Umgebung, sondern auch weite Teile Europas radioaktiv belastet.
Was als Sicherheitstest geplant war, ging als der schwerwiegendste Unfall in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie ein: menschliche Fehler im Testablauf und die speziellen Eigenschaften des Reaktortyps führten in kürzester Zeit zu einem drastischen Anstieg der Kerntemperatur.
Die folgenden Explosionen zerstörten Teile der Sicherheitsinfrastruktur. So gelangte radioaktive Stoffe ungehindert in die Atmosphäre und breitete sich nach Europa aus. Es sollte zehn Tage dauern, bis die Freisetzung von radioaktiven Spaltprodukten eingedämmt werden konnte.
Noch im November 1986 wurde der „Sarkophag“ fertiggestellt, ein Schutzmantel aus Stahl und Beton, der den zerstörten Reaktor umschloss. Ein halbes Jahr später nahm die sowjetische Regierung die drei unbeschädigten Reaktoren wieder in Betrieb.
Erst nach und nach legte die ab 1991 unabhängige Ukraine die Blöcke still, der letzte ging im Jahr 2000 endgültig vom Netz. Seit 2016, 30 Jahre nach der Katastrophe, deckt eine neue Schutzhülle, „New Safe Confinement“ genannt, den inzwischen baufälligen „Sarkophag“ ab. Im Laufe des noch andauernden russischen Angriffskrieges in der Ukraine wurde die Hülle Anfang 2025 beschädigt und bedarf nun dringender Sanierung.
Dieses Jahr jährte sich auch die Katastrophe in Fukushima Daiichi zum 15. Mal. Im März 2011 beschädigte ein durch ein Seebeben ausgelöster Tsunami vier von sechs Reaktorblöcke des Kernkraftwerks. Es dauerte Wochen, die Blöcke zu stabilisieren und wird voraussichtlich noch weitere 15 bis 25 Jahre dauern, bis der Rückbau vollständig abgeschlossen ist.
Im Folgenden finden Sie ausgewählte Literaturempfehlungen, Informationsquellen und weitere Recherchemöglichkeiten zum Unglück in Tschernobyl, seinen Folgen und der friedlichen Nutzung von Kernenergie im Allgemeinen.
Tschernobyl – Reaktorblock Nr. 4 nach der Explosion. Quelle: IAEA Imagebank: Photo Credit: USFCRFC.
Bücher und E-Books
Hier finden Sie ausgewählte Titel im Katalog plus der Badischen Landesbibliothek, sortiert nach den unten genannten Themenbereichen:
- E-Books zu Tschernobyl
- zu den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe auf Baden-Württemberg
- zum Kernforschungszentrum Karlsruhe
- zur Kernenergie im allgemeinen
- zur Geschichte der Anti-AKW-Bewegung
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Fachdatenbanken und -portale
Weitere Fachinformationen
- Kompakte Informationen zur Nuklearkatastrophe von 1986 gibt es von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS).
- Eine Übersicht über Artikel und weiteren interessanten fachlichen Webseiten rund um das Thema bietet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS).
- Mehr zum Umgang mit dem Reaktorunglück in der DDR findet sich in der Stasi-Mediathek und im Bundesarchiv.
- Für Bildmaterial zum Kraftwerk und der Dekontamination sowie den Folgen für die Zivilbevölkerung siehe das Archiv der IAEA und deren Flickr-Account.
- In der ZDF-Mediathek finden sich Dokumentationen zum Thema Tschernobyl.
- Audiobeiträge zum Thema gibt es im Archivradio des SWR.
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