Die Kriegssammlung der Badischen Landesbibliothek

Katalogkarte der Gazette des Ardennes im Historischen Katalog der Badischen Landesbibliothek. Die Zeitung selbst ist Kriegsverlust.

Zwischen 1914 und 1918 legten Bibliotheken, Archive, Museen und Privatpersonen überall im Deutschen Reich Weltkriegssammlungen an, in denen der Erste Weltkrieg als „große Zeitenwende“ akri­bisch dokumentiert wurde. Den Zeit­genossen war wohl bewusst, dass sie den ersten Medienkrieg der Geschichte miterlebten. Nie zuvor hatte die Publizistik eine vergleichbare Rolle gespielt, nie zuvor die Propaganda so entscheidenden Einfluss gehabt. Und dieses Material wurde umfassend gesammelt.

Auch die Badische Landesbibliothek baute damals eine Weltkriegssammlung auf, in der sie eine Vielzahl von Feld-, Lazarett- und Lagerzeitungen, Besatzungs- und Auslandszeitungen und andere Druckerzeugnisse ver­sammelte. Die Kriegszeitungen waren unter der Sam­melsignatur *Aa 61.2° geschlossen abgelegt. Auch die zahlreichen Auswahl- und Erinnerungsbände, die die deutsche Feldpresse in den Frontgebieten herausgab, waren fast alle vorhanden.

In der Nacht zum 3. September 1942 wurde die Badische Landesbibliothek am Friedrichsplatz durch Brandbomben vollständig zerstört. Sie verlor ins­gesamt 98% ihres Bestandes (367.000 Bände), darunter sämtliche Materialien der Weltkriegs­sammlung. Nur der Katalog blieb erhalten und belegt, wie reichhaltig die Sammlung einmal gewesen ist.

Eine Auswahl der Feldpresse-Erzeugnisse konnte wiederbeschafft werden und wird in dieser Ausstellung, ergänzt um wichtige Stücke aus der Lippischen Landes­bibliothek Detmold und um Leihgaben aus den Universitätsbibliotheken Freiburg, Mannheim, Tübingen und der KIT-Bibliothek, gezeigt.