Rückzug – Die Umstrittenen

Nicht immer sind es Behörden, die den Zugang zu Büchern ein schränken. Zuweilen geht die Initiative auch von den Herausgebern, Verlagen oder Autoren aus. Sie können festlegen, dass ihre Werke nur eingeschränkt oder gar nicht öffentlich zugänglich sind.

Die Gründe dafür sind vielfältig, werden aber nicht immer offen gelegt. Häufig geht es um den Schutz von Urheberrechten oder Persönlichkeitsrechten, etwa bei der Verwendung von Bildern mit ungeklärter Rechtslage oder privaten Inhalten. Manchmal ist eine Publikation nur für einen bestimmten Zeitraum gesperrt, wie zum Beispiel ein Familienbuch, das sämtliche Familien einer Gemeinde namentlich auflistet. Plagiatsvorwürfe können zur Rücknahme oder Sperrung von Publikationen führen: Wenn eine Veröffentlichung auf Inhalte einer anderen Publikation zurückgreift, ohne diese ausreichend kenntlich zu machen, gilt dies als Plagiat; solch eine Publikation wird häufig von den Verlagen zurückgezogen.

Gelegentlich hinterlegen auch Unternehmen im Rahmen des Pflichtexemplargesetzes ihre Publikationen – etwa Markt- oder Wirtschaftsanalysen – , versehen sie aber mit Nutzungseinschränkungen, weil sie nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind.

Solche Beschränkungen zeigen, dass Bibliotheken zwar sammeln und bewahren, beim Zugang jedoch an rechtliche und vertragliche Vorgaben der Urheber gebunden sind.

Zwei Kinderkochbücher mit bunten Titelseiten, eines zeigt einen Teller mit einem Frosch aus Gurkenscheiben und anderem Gemüse, das andere bunte verzierte Lebkuchen.

„Zwergenbackstube“ und  „Märchenhafte Rezepte aus dem Zwergenstübchen“,
Würmersheim: Kindergarten St. Thomas unter der Leitung von Claudia Fitterer, 2016 und 2017
Badische Landesbibliothek, 118 E 540 und 118 E 542

Bei der Verwendung von Fotos von Veranstaltungen und gemeinsamen Aktionen findet das Persönlichkeitsrecht Anwendung. Bis zum 14. Lebensjahr entscheiden die Erziehungsberechtigten, ob das Bild ihres Kindes veröffentlicht werden darf, danach entscheidet es selbst. Liegt nicht die Zustimmung aller abgebildeten Personen vor, darf ein Buch mit einem solchen Bild nicht öffentlich zugänglich gemacht werden.