Start an der Ardennenfront

Der Landsturm Nr. 1 vom 11. Oktober 1914, Anzeige

Die ersten deutschen Feldzeitungen erschienen bald nach Kriegsbeginn im Herbst 1914 an der Westfront. Dort saßen die deutschen Truppen schon nach der Marneschlacht im September in den Schützengräben fest.

Das humoristische Wochenblatt Der Landsturm mit dem Untertitel Einziges deutsches Militair-Wochenblatt auf Frankreichs Flur ernannte sich selbst zur „ersten deutschen Feldzeitung des Weltkriegs“. Es wurde ab dem 11. Oktober 1914, also zehn Wochen nach Kriegsbeginn, im französischen Vouziers gedruckt. Die Stadt im Département Ardennes war bei der deutschen Offensive im September 1914 von Einheiten der 3. Armee eingenommen worden.

Hergestellt wurde die Zeitung von der 3. Kompanie des Königlich Sächsischen Landsturm-Infanterie-Bataillons Nr. 1 aus Leipzig. Sie druckte, zumindest behauptet dies das Impressum, gleich eine Auflage von 30.000 Exemplaren. Das Unterhaltungsblatt wurde in der Druckerei der Zeitung L’Impartial de Vouziers produziert, die für die Dauer der deutschen Besetzung ihr Erscheinen „entgegenkommenderweise eingestellt“ hatte.

Zu sehen ist die Titelseite der Zeitung „Der Landsturm“ vom 11. Oktober 1914. Auf der Seite sind Gedichte gedruckt.

Der Landsturm. Einziges deutsches Militaer-Wochenblatt auf Frankreichs Flur.
Hrsg. von der 3. Kompanie des Königlich Sächsischen Landsturm-Infanterie-Bataillons Nr. 1 aus Leipzig.
Vouziers: Rue Chancy 15, Imprimerie Livoir.
1 (1914) Nr. 1 vom 11.10.1914.

Es erschienen 21 Nummern.

Zeitraum: 1.10.1914-31.10.1915.

Periodizität: zuerst wöchentlich, dann unregelmäßig halbmonatlich-monatlich.

Umfang: 4 Seiten

Auflage: 13.000

Im ersten Leitartikel, verfasst von Oberleutnant Meyer als Schriftleiter des Blattes, feiert das Bataillon sich selbst: „Da zieht nicht nur der Juengling, die koerperliche Kraft des Volkes, in das Feld, nein auch wir, die reifen Leute, die Traeger seiner wirtschaftlichen Kraft, lassen Kanzlei und Kontor, Webstuhl und Werkstatt stehen und greifen mit dem bittern Ernst unserer Jahre zur Wehr. Mag brechen, was da brechen will. An der Sonne des Sieges werden alle die haengenden Blueten geschaeftlichen Wohlstandes sich bald wieder farbenpraechtiger entfalten als je zuvor.“

Lippische Landesbibliothek Detmold, Slg 49 Nr. 32

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Zu sehen ist die Titelseite der Zeitung „Der Landsturm“ vom 8. November 1914. Auf der Seite sind Gedichte gedruckt.

Der Landsturm. Einziges deutsches Militaer-Wochenblatt auf Frankreichs Flur.
1 (1914) Nr. 5 vom 8.11.1914.

Die Erwartung eines baldigen Kriegsendes findet sich bereits ab der ersten Nummer im Kopf des Zeitung, in dem es heißt: „Erster und letzter Jahrgang“. Mit der 5. Nummer nahm das humorvolle Blatt, das sich inhaltlich vor allem den Belangen des eigenen Bataillons widmete, bereits von Vouziers Abschied und nannte sich im Zusatz zum Titel dann Erstes, ehemals einziges deutsches Militair-Wochenblatt auf Frankreichs Flur. Die späteren Nummern wurden in Pont Faverger gedruckt. Im Oktober 1915 stellte die Zeitung ihr Erscheinen ein, da die Redakteure an verschiedene Frontabschnitte kommandiert worden waren; einige übernahmen dann die Redaktion der Armeezeitung Der Champagne-Kamerad in Charleville.

Lippische Landesbibliothek Detmold, Slg 49 Nr. 32

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Schwarz-weiße Fotografie, die Soldaten auf Pferden und Kutschen, in einer Schlange, auf einer Straße in Vouziers zeigt.

Feldpostkarten aus dem besetzten Vouziers

Einmarsch berittener deutscher Soldaten in Vouziers.
Köln: Schmitz o.J.
versandt am 16.2.1916.

Badische Landesbibliothek, K 3333,6

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Schwarz-weiße Fotografie, die Soldaten und Zivilisten auf der Leipziger-Straße in Vouziers zeigt. Am Ende der Straße steht eine Kirche.

Vouziers, Leipziger Straße (Rue Chancy) mit Kirche.
Leipzig: Ludewig, o.J.
versandt am 21.11.1915.

Ein Armierungssoldat der 29. Infanterie-Division sandte diese Karte im November 1915 seiner Frau in der Wetterau. Das Foto ist unretuschiert. Dass die Stadt von deutschen Truppen besetzt ist, ist nur an der deutschen Umbenennung der Straße zu erkennen.

Badische Landesbibliothek, K 3333,3

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Schwarz-weiße Fotografie, die Soldaten auf der Straße Vouziers zeigt. Am Ende der Straße steht eine Kirche.

Vouziers, Leipziger Straße.
Leipzig: Richter, o.J.
versandt am 27.12.1916.

Ein Unteroffizier der 103. Infanterie-Division sandte diesen Neujahrsgruß Ende Dezember 1916 aus Vouziers nach Thüringen. Das beliebte Motiv hat sich verändert: Statt der Zivilisten sind nun Soldaten zu sehen. Die Retusche ist oberflächlich und im Vergleich beider Postkarten leicht zu erkennen.

Badische Landesbibliothek, K 3333,4

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Schwarz-weiße Fotografie, die Soldaten vor dem Eingang der Kirche von Vouziers zeigt.

Portal der Kirche von Vouziers
Köln: Schmitz o.J.
versandt am 17.5.1917.

Die Kirche Saint-Maurille in Vouziers mit ihrem prächtigen Portal war ein beliebtes Motiv der Feldpost. Die Fotografie war auch abgebildet in einem Aufsatz, mit dem der Champagne-Kamerad am 12. März 1916 seine Leser über das „kostbarste Denkmal der Renaissance-Baukunst in der Champagne“ unterrichtete.

Badische Landesbibliothek, K 3333,5

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