Gefiltert nach Schlagwort karlsruhe Filter zurücksetzen

Herzlich Willkommen im BLBlog!

Herzlich willkommen im Blog der Badischen Landesbibliothek! Hier finden Sie Beiträge rund um badische Landeskunde, Geschichte und Kultur – mit einem Schwerpunkt auf Personen, Orte und Themen, die einen Bezug zur Badischen Landesbibliothek oder ihren Beständen haben.

Recherchieren und arbeiten Sie zu Beständen der Badischen Landesbibliothek? Haben Sie einen interessanten Artikel, den Sie uns vorschlagen möchten? Wir freuen uns über Ihre Nachrichten, Anmerkungen und Fragen zu den Blogbeiträgen – nehmen Sie hier gerne Kontakt mit der Redaktion auf.

Sie wollen immer benachrichtigt werden, wenn ein neuer Blogbeitrag erscheint? Dann abonnieren Sie den BLBlog hier.

Kontakt: Dr. Michael Fischer

Straßenumbenennungen in Karlsruhe

Historische farbige Landkarte mit einem halbkreisförmigen Stadtplan, der von radialen Straßen und grünen Flächen umgeben ist.

Abb. 1: Stadtplan von Karlsruhe (Ausschnitt) von Johann Friedrich von Batzendorf, 1718, Kopie von W. Bender, 1882. Quelle: StadtAK 8/PBS XVI 14.

Volker Steck, 14.7.2026

DOI: https://doi.org/10.58019/3MNT-7856

Straßenumbenennungen sind ein Thema, das Karlsruhe von den Anfängen bis heute begleitet. Sie erfolgten aus ganz unterschiedlichen Gründen und waren immer wieder Anlass zu Diskussionen, denn in allen Fällen war eine Adressänderung mit einem hohen Aufwand für die Anlieger verbunden. Der folgende Text möchte verschiedene Gründe für solche Umbenennungen vorstellen.

WEITERLESEN

1843: Liszt in Karlsruhe

Porträtabbildung, die Franz Liszt im Profil zeigt.

Abb. 1.: Franz Liszt, Stahlstich von Carl Mayer (1798–1868), nach einer Zeichnung von C. Heideloff, Quelle: National Library of France, France, CC0

Wolfgang Seibold, 11.3.2026

DOI: https://doi.org/10.58019/4S8S-C334

Franz Liszt weilte kurz vor seinem ersten Besuch in Karlsruhe Ende November 1843 einige Tage in Donaueschingen. Das ist bedeutsam, denn diesem Aufenthalt verdanken wir ein Liszt-Autograph, das heute im Besitz der Badischen Landesbibliothek ist. Es handelt sich um die Komposition eines Ländlers (LW A95); er wird in der BLB unter der Signatur Don Mus. Autogr. 39 aufbewahrt.

Liszt war ab Oktober 1843 auf einer Süddeutschlandtournee, die ihn am 23. November 1843 auch nach Donaueschingen führte. Am dortigen Hof hatte er am gleichen Tag einen ersten Auftritt im Schloss.

WEITERLESEN

Der 9. November I: Pogromnacht 1938

Auf der Fotocollage sind verschiedene historische Ereignisse am 9. November zu sehen, die mit der deutschen Geschichte verbunden sind.

Der 9. November gilt als „Schicksalstag“ der Deutschen, Collage: BLB, Quelle: Wikimedia Commons, Einzelnachweise.

Ernst Otto Bräunche, 10.11.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/76h6-5w93

Als die nationalsozialistischen Machthaber im März 1933 auch in Karlsruhe damit begannen, ihren bereits in der Weimarer Republik deutlich formulierten Antisemitismus in die Tat umzusetzen, trafen die Maßnahmen Menschen, deren Vorfahren sich bereits unmittelbar nach der Stadtgründung 1715 in Karlsruhe niedergelassen hatten.

Zu den Besonderheiten der Stadtgründung von Karlsruhe im Jahr 1715 gehörte, dass Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach neben Angehörigen der christlichen Religionen auch Juden die Ansiedlung gestattete und zwar zu relativ moderaten Bedingungen. Dies führte dazu, dass sich relativ rasch eine größere Zahl niederließ, die hier eine eigene jüdische Gemeinde gründeten.

WEITERLESEN

Kriegsende II: Beseitigung der Vergangenheit

Zu sehen ist ein Foto der vollen Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof im November 1945.

Das Kriegsende 1945 hatte viele Gesichter – hier zu sehen die Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, November 1945, Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, © Public Domain.

Ernst Otto Bräunche, 23.5.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/T9YV-Q077

Als französische Truppen am 4. April Karlsruhe befreiten, kamen sie in eine Stadt, in der es zahlreiche Erinnerungen an die nun beendete Zeit des Nationalsozialismus im öffentlichen Raum gab. Mit der ältesten und wohl auch nachhaltigsten Form der Erinnerung im öffentlichen Raum, der Benennung von Plätzen und Straßen, hatten sich die neuen NS-Machthaber nach der letzten nur noch bedingt demokratischen Reichstagswahl der Weimarer Republik am 5. März 1933 sogleich befasst.

WEITERLESEN

Kriegsende I: Kriegs- und Besatzungsalltag

Zu sehen ist ein Foto der vollen Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof im November 1945.

Das Kriegsende 1945 hatte viele Gesichter – hier zu sehen die Anklagebank des Nürnberger Prozesses gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof, November 1945, Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, © Public Domain.

Ludger Syré, 8.5.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/1HR9-VN85

Anlässlich der Veranstaltung „Kriegsende 1945 – Deutschland und der Umgang mit der Vergangenheit“ erscheint im BLBlog eine Artikelserie zu lokalen und regionalen Ereignissen rund um den 8. Mai 1945.

Die Badische Landesbibliothek und die katholische Stadtkirche St. Stephan lagen bis zum Zweiten Weltkrieg nur wenige Schritte auseinander; heute liegen sie sich unmittelbar gegenüber. Wie erlebte der Pfarrer von St. Stephan das Ende des Krieges, was bewegte ihn zwischen dem Einmarsch der Alliierten und dem Wechsel der Besatzungsmacht einige Wochen später? Die nachfolgenden Passagen werfen ein Licht auf das Geschehen, aber auch auf die Person und Denkweise des kirchlichen Chronisten. 

WEITERLESEN

Hans Thoma II: Wege

Schwarzweißes Gruppenfoto, welches Emil Lugo, Cella Thoma und Hans Thoma zeigt. Die drei Personen sitzen nebeneinander. Thoma hat seine Hand auf der Schulter seiner Frau, beide schauen in die Kamera. Emil Lugo sieht zur Seite.

Von links nach rechts: Emil Lugo, Cella Thoma und Hans Thoma, o.O., o.D., Fotograf: mutmaßlich Carl Lugo, Badische Landesbibliothek, K 3077,2

Undine Remmes, 25.2.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/y1ga-ht25

Hans Thomas Verbindung zu seiner Heimat Baden ergibt sich nicht nur aus seiner Herkunft aus dem Schwarzwald. Er hatte ebenfalls eine Beziehung zur Stadt Karlsruhe. Thoma, der nach dem Tod des Vaters und seines Bruders mit seiner Schwester und seiner Mutter in Bernau im Schwarzwald lebte, hatte Lehren als Lithograf, Anstreicher und Uhrenschildmaler begonnen. In einem Brief an einen unbekannten Empfänger schrieb Thoma 1891 über sein bisheriges Leben. Darin schilderte der Künstler die familiäre Situation nach dem Tod des Vaters 1855 als mittellos. Doch Thoma hatte Glück: „Im Jahre 59 wurde ein Beamter in der Nachbarschaft auf meine Arbeiten aufmerksam es gelang ihm den Großherzog dafür zu intressiren und da sich der damalige Kunstschuldirektor W. Schirmer in Carlsruhe sehr zu meinen Gunsten aussprach so wurde es mir möglich gemacht in die Kunstschule einzutreten.“ (Brief von Hans Thoma mit Autobiographie und Werkverzeichnis an einen unbekannten Empfänger, November 1891, Frankfurt am Main, Badische Landesbibliothek, K 2727,34,1)

Ab 1859 studierte er an der Großherzoglichen Kunstschule in Karlsruhe unter anderem bei Johann Wilhelm Schirmer, Carl Friedrich Lessing und Hans Canon. Der junge Künstler lebte fortan lediglich im Winter in Karlsruhe, die Sommer verbrachte er bei seiner Mutter und seiner Schwester auf dem heimatlichen Hof in Bernau, wo er viele Naturstudien und Porträts anfertigte. Während seines Studiums lernte Thoma unter anderem die Maler Philip Röth und Emil Lugo kennen, mit denen er lebenslang befreundet blieb.

WEITERLESEN

Das Gutscheblättle

Zu sehen ist eine schwarzweiße Porträt-Fotografie von Friedrich Gutsch.

Friedrich Gutsch um 1885, Stadtarchiv Karlsruhe, 8/PBS III 522.

Michael Fischer, 21.2.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/rt05-5521

Anm.: Beim vorliegenden Artikel handelt es sich um die vollständig überarbeitete und erweiterte Fassung des im BLBlog am 24. September 2022 erschienenen Artikels: Der „Gutsch-Fritzle“ und die Karlsruher Nachrichten. Eine Kurzfassung dieses Artikels wurde am 20. Dezember 2024 im Blick in die Geschichte (Nr. 145) veröffentlicht.

Friedrich Gutsch war ein Karlsruher Druckereibesitzer, Mundartdichter und vor allem Verleger der berühmten Karlsruher Nachrichten. Zu seinem 150. Geburtstag wurde er von Ludwig Vögely in eine Reihe mit anderen „Klassikern“ der badischen Mundart, mit Ludwig Eichrodt, Fritz Römhild und Friedrich Mayer, gestellt. Angeblich soll der Name Friedrich Gutsch noch 1988 in Karlsruhe so populär gewesen sein, dass er „älteren Leuten“ in der Stadt noch ein Begriff gewesen sei, gleichwohl Gutsch zum damaligen Zeitpunkt bereits seit knapp 100 Jahren verstorben war. Unzweifelhaft ist indessen, dass Friedrich Gutsch auch heute noch als ein „genauer Kenner der Karlsruher Atmosphäre“ einen eindrucksvollen Einblick in das Karlsruher „Volksleben“ im wilhelminischen Zeitalter geben kann.

WEITERLESEN

Klavier, Konzerte, Konservatorium

Das Foto zeigt den Karlsruher Pianisten und Komponisten Josef Schelb um 1932.

Josef Schelb um 1932. Foto: Privatbesitz

Brigitte Knödler-Kagoshima, 3.7.2024

1894, vor 130 Jahren, wurde Josef Schelb in Krozingen geboren. Er lernte Klavier, zeigte sich schon früh begabt und entschied sich dafür, die Musik zum Beruf zu machen. Vor hundert Jahren, im Jahr 1924, wurde Josef Schelb als 30-Jähriger an das Badische Konservatorium nach Karlsruhe berufen. Sein beruflicher Beginn in Karlsruhe fiel in die mittleren Jahre der Weimarer Republik, die auch als die „Goldenen Zwanziger Jahre“ bezeichnet werden. In vielen Ländern Europas gab es in den 1920er Jahren einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung und auch Wissenschaft, Kunst und Kultur blühten auf. Wie prägte diese kulturelle Glanzzeit das Leben des Komponisten und Pianisten Josef Schelb in Karlsruhe? Wie berichteten die zeitgenössischen Zeitungen über Schelbs erste Jahre an seinem neuen Wirkungsort? Das lässt sich in den Zeitungen der Digitalen Sammlungen der Badischen Landesbibliothek recherchieren.

WEITERLESEN

Margarete Schweikert 1923

Das Foto zeigt Margarete Schweikert mit Geige in den 1920er-Jahren.

Margarete Schweikert in den 1920er-Jahren. Badische Landesbibliothek, Mus. Hs. 1418a,73 – Quelle: Kalliope-Verbund.

Brigitte Knödler-Kagoshima, 6.12.2023

DOI: https://doi.org/10.58019/cgw2-6009

Margarete Schweikert (1887–1957) war eine Violinistin, Musikpädagogin und Komponistin aus Karlsruhe. Ihr musikalisches Schaffen umfasst etwa 160 Lieder, mehrere Stücke für Klavier und Orgel sowie kammermusikalische Werke. Als Musikerin trat sie in zahlreichen Konzerten im südwestdeutschen Raum auf, sowohl mit ihren eigenen Kompositionen als auch mit Stücken anderer Komponisten. Darüber hinaus war sie als Kritikerin für die Karlsruher Presse tätig und schrieb Rezensionen über Konzerte und Opernaufführungen. Seit 2004 wird der musikalische Nachlass von Margarete Schweikert in der Badischen Landesbibliothek aufbewahrt.

...

WEITERLESEN

Clara Schumann in Karlsruhe

Das Portrait zeigt Clara Schumann in einer Autotypie von Franz Hanfstaengl, München 1857.

Portrait Clara Schumann, Lithographie nach dem Foto von C. von Jagemann Wien 1866 von W. J. Morgan & Co. Cleveland. Das Portrait befindet sich im Besitz des Verfassers dieses Beitrags.

Wolfgang Seibold, 24.10.2023

DOI: https://doi.org/10.58019/6ted-e173

Am 1. Februar 1839 kam die berühmte Pianistin Clara Schumann (1819–1896) auf ihrer zweiten Parisreise zum ersten Mal nach Karlsruhe; als Quartier bezog sie den Englischen Hof am Marktplatz. Tags darauf spielte sie im Schloss vor Großherzogin Sophie von Baden(1801–1865). Anfang der 1850er Jahre lernte sie Johann Wenzel Kalliwoda und seinen Sohn Wilhelm kennen, als sie am 23. Juli 1851 mit ihrem Mann, dem Pianisten und Komponisten Robert Schumann, auf der Durchreise in Baden-Baden Station machte. Dann folgen zeitlich die Jahre, aus denen ihre acht Briefe im Konvolut in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe stammen.

WEITERLESEN