Wetterkunde in Baden und der Kurpfalz
Abb. 1: Johann Lorenz Böckmann. Kupferstich 18. Jahrhundert. Quelle: Wikimedia Commons.
Johann Lorenz Böckmann und Johann Jakob Hemmer legen Ende des 18. Jahrhunderts wichtige Grundsteine der Meteorologie
Felix Geisler, 23.10.2026
DOI: https://doi.org/10.58019/1JEM-HA96
Die Witterung ist für die Menschen seit Urzeiten ein sehr wichtiger Faktor. Sie bestimmt unmittelbar den Alltag, die Landwirtschaft, die Ernährung, die Schifffahrt, den Verkehr und die Sicherheit von Mensch und Tier. Ein später Frühjahrsfrost kann die Obst- und Weinernte vernichten, anhaltende Trockenheit die Getreideerträge vermindern, Starkregen Überschwemmungen verursachen und schwere Gewitter Häuser, Scheunen und Kirchen in Brand setzen. Gerade in einer vorwiegend agrarisch geprägten Gesellschaft muss deshalb ein möglichst genaues Wissen über die Witterung von erheblichem praktischen Nutzen sein.
Wetterbeobachtung als Aufgabe der Aufklärung
Im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts entstand in Baden und der Kurpfalz ein wissenschaftliches Beobachtungssystem, das Wetter nicht mehr nur beschreiben, sondern regelmäßig messen, vergleichen und langfristig erfassen wollte. Eine besondere Rolle spielten dabei Johann Lorenz Böckmann in Karlsruhe und Johann Jakob Hemmer in Mannheim. Ihre Arbeiten zeigen beispielhaft, wie sich Naturbeobachtung, wissenschaftliche Aufklärung und praktischer Nutzen miteinander verbanden.
Johann Lorenz Böckmann: Naturforschung in Baden
Johann Lorenz Böckmann wurde am 8. Mai 1741 in Lübeck als Sohn eines Buchhändlers geboren. Er starb am 15. Dezember 1802 in Karlsruhe. Von 1760 bis 1764 studierte er in Jena Theologie, Mathematik und Physik. Bereits 1764 erhielt er einen Ruf als Professor an das Karlsruher Gymnasium. Dort entwickelte er sich zu einem der wichtigsten Naturwissenschaftler des badischen Hofes. Er baute mit Unterstützung des Markgrafen Karl Friedrich ein physikalisches Kabinett auf und übernahm daneben verschiedene Ämter: 1769 wurde er Konsistorialassessor, 1774 Kirchenrat, 1776 Hofrat, 1789 Ephorus des Gymnasiums und 1798 Geheimer Hofrat.
Besonders wichtig für die Wetterkunde war das von ihm 1778 gegründete meteorologische Institut, mit dem er mehrere Beobachtungsstationen organisierte. Böckmann verband seine wissenschaftliche Forschung im Labor mit einer systematischen Untersuchung der physikalischen Beschaffenheit des Landes.
Sein wissenschaftliches Selbstverständnis wird in einer 1787 erschienenen Abhandlung deutlich, in der Böckmann die Fortschritte von Mathematik und Naturlehre in den badischen Ländern darstellte. Er betonte den Nutzen dieser Wissenschaften für den Staat, für die Künste und für das allgemeine Wohlergehen. Naturwissenschaft sollte nicht in gelehrten Spekulationen verharren, sondern durch Messung, Erfahrung und Anwendung zur Verbesserung der Lebensverhältnisse beitragen. Diese Auffassung war für seine meteorologischen Arbeiten von zentraler Bedeutung. Wetterkunde bedeutete für ihn nicht lediglich, ungewöhnliche Erscheinungen zu bestaunen. Sie sollte vielmehr durch genaue Beobachtung dazu beitragen, die Gesetzmäßigkeiten der Natur besser zu erkennen.
Abb. 2: Welche Fortschritte machten Mathematik und Physik in den Badischen Ländern? Böckmanns Hauptwerk, erschienen 1787. Quelle: BLB.
Vom Einzelereignis zur systematischen Wetterbeobachtung
Wie wichtig diese Methode war, zeigt Böckmanns Beschreibung des außergewöhnlichen Winters 1783/84. In seinen Carlsruher Beyträgen zur physischen Geschichte des ausserordentlichen Winters vom November 1783 bis April 1784 sammelte er Beobachtungen über Temperatur, Niederschlag, Wind und andere Erscheinungen. Das Jahr 1783 hatte eine außergewöhnliche Witterung gebracht: Es gab heftige Gewitter, ungewöhnliche Trockenheit und extreme Temperaturunterschiede. Böckmann berichtet von zahlreichen Blitzeinschlägen, bei denen Häuser und Scheunen zerstört oder entzündet wurden und Menschen und Vieh ums Leben kamen. Nur wenn außergewöhnliche Witterungsereignisse zuverlässig aufgezeichnet wurden, konnten sie mit früheren Jahren verglichen und ihre Folgen für Mensch, Tier und Pflanzenwelt untersucht werden.
Böckmann selbst formulierte diesen Gedanken: Die Naturforschung benötige lange Reihen genauer Beobachtungen, damit außergewöhnliche Naturerscheinungen nicht als isolierte Einzelereignisse betrachtet werden müssten. Erst durch die zeitliche und räumliche Vergleichbarkeit könne man möglicherweise Regelmäßigkeiten erkennen. Damit erhielt die Wetterbeobachtung einen neuen Charakter: Aus der gelegentlichen Aufzeichnung eines besonders kalten Winters oder eines schweren Gewitters wurde eine kontinuierliche wissenschaftliche Praxis.
Besonders deutlich wird dies in Böckmanns späterer Darstellung der Winter 1798/99 und 1799/1800. Er beschreibt die Messmethoden genau und gibt an, dass die meteorologischen Beobachtungen in Karlsruhe regelmäßig dreimal täglich vorgenommen wurden: morgens, mittags und abends. Zusätzlich kontrollierte er die Instrumente bei außergewöhnlichen Veränderungen der Atmosphäre und trug besondere Beobachtungen in sein Tagebuch ein. Aus den täglichen Daten wurden Monatsmittel und aus diesen wiederum Jahreswerte berechnet. Gemessen wurden unter anderem Temperatur und Luftdruck; die Windrichtung wurde mit Windfahnen bestimmt. Die Wetterkunde entwickelte sich damit zu einer quantifizierenden Wissenschaft.
Abb. 3: Verifizierung von Wetterextremen durch Vergleich mit Durchschnittswerten. In: Böckmann, Annalen der Physik, 1801. Quelle: MDZ.
Wetter und Landwirtschaft: Was die Messungen verraten
Der Wert solcher Beobachtungen für die Landwirtschaft lag auf der Hand. Pflanzen reagieren unmittelbar auf Temperatur, Niederschlag, Frost und Trockenheit. Ein Landwirt musste zwar keine meteorologischen Tabellen erstellen, doch eine wachsende Kenntnis typischer Witterungsverläufe konnte helfen, landwirtschaftliche Erfahrungen besser einzuordnen. Besonders wichtig waren Frostperioden im Frühjahr, Trockenzeiten im Sommer, starke Niederschläge und die Länge der Vegetationsperiode.
Böckmanns Beobachtungen zeigen anschaulich, wie eng Witterung und Landwirtschaft miteinander verbunden waren. In seiner Beschreibung eines ungewöhnlich kühlen Jahres vermerkte er etwa, dass die Witterung für die Blüte des Weinstocks sehr nachteilig war. In einem anderen Sommer führte die geringe Niederschlagsmenge zu einer für die Vegetation schädlichen Trockenheit; zugleich setzte die Getreideernte deutlich früher ein als im Vorjahr und war weniger ergiebig.
Die Mannheimer Meteorologische Gesellschaft
Eine noch größere und überregionale Dimension erhielt die Wetterkunde in der Kurpfalz. In Mannheim entstand 1780 als dritte Klasse der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften die Societas Meteorologica Palatina, die Mannheimer Meteorologische Gesellschaft. Kurfürst Karl Theodor unterstützte das Unternehmen, und Johann Jakob Hemmer wurde zu dessen erstem Sekretär. Bereits 1781 gelang es, zahlreiche Beobachter in verschiedenen Ländern für das gemeinsame Projekt zu gewinnen. Das Ziel bestand darin, Wetterbeobachtungen nach möglichst einheitlichen Regeln durchzuführen und die Ergebnisse zentral in Mannheim zusammenzuführen.
Abb. 4: Johann Jakob Hemmer. Portrait um 1780. Quelle: Wikimedia Commons.
Johann Jakob Hemmer und die internationale Wetterforschung
Johann Jakob Hemmer wurde am 13. Juni 1733 in Horbach geboren und starb am 3. Mai 1790 in Mannheim. Er studierte zunächst Philosophie und Mathematik und anschließend katholische Theologie in Köln. Nach seiner Ausbildung wurde er Hauslehrer beim kurpfälzischen Kammerherrn Franz Georg Ernst von Sturmfeder, durch dessen Vermittlung er Hofkaplan am Mannheimer Hof wurde. 1767 trat er der Kurpfälzischen Akademie der Wissenschaften bei; ab 1776 leitete er deren physikalisches Kabinett. Seit 1768 war er außerdem Kanonikus am St.-Gangolf-Stift in Heinsberg. 1780 übernahm er das Amt des Sekretärs der Societas Meteorologica Palatina. Diese Stationen seines Lebens zeigen, wie eng bei Hemmer geistliche Tätigkeit, Hofdienst, Wissenschaft und praktische Naturforschung miteinander verbunden waren.
Die Bedeutung Hemmers für die Meteorologie bestand vor allem darin, aus einzelnen Beobachtungen ein internationales Netzwerk zu schaffen. Das von der Mannheimer Gesellschaft organisierte Netz umfasste 39 Stationen, darunter 14 in Deutschland und weitere Stationen im Ausland. Es reichte von Nordamerika bis zum Ural und von Grönland bis zum Mittelmeer. An den Stationen wurden unter anderem Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windrichtung beobachtet. Die Instrumente wurden nach einheitlichen Vorgaben eingesetzt, und die Beobachtungen sollten zu festgelegten Zeiten erfolgen. Besonders bekannt wurden die drei Beobachtungspunkte um 7, 14 und 21 Uhr („Mannheimer Stunden“). Dadurch wurden Messwerte aus verschiedenen Regionen miteinander vergleichbar.
Damit wurde die Wetterkunde von einer lokalen Beschäftigung einzelner Gelehrter zu einem koordinierten europäischen und sogar weltweiten Forschungsunternehmen. Entscheidend war nicht nur die Zahl der Stationen, sondern auch die Standardisierung. Ein Messwert gewinnt vor allem dann wissenschaftliche vor allem dann Bedeutung, wenn bekannt ist, wie, wann und mit welchem Instrument er erhoben wurde. Hemmer und seine Mitstreiter erkannten dieses Problem sehr früh. Die Gesellschaft stellte den Beobachtern einheitliche Instrumente und Anleitungen zur Verfügung; die Ergebnisse wurden nach Mannheim geschickt und dort gesammelt und ausgewertet.
Die Resultate erschienen in den Ephemerides Societatis Meteorologicae Palatinae, den Mannheimer meteorologischen Ephemeriden. Die Reihe dokumentierte die Beobachtungen der Jahre 1781 bis 1792 und erschien in zwölf Jahrgängen beziehungsweise Bänden. Die Publikation war von grundlegender Bedeutung, weil sie die einzelnen Messungen dauerhaft zugänglich machte. Wetterbeobachtung endete damit nicht mehr im persönlichen Tagebuch des Beobachters. Die Daten wurden veröffentlicht und konnten von anderen Naturforschern verglichen und weiterverarbeitet werden.
Für die Geschichte der Meteorologie war dies ein entscheidender Schritt. Die Ephemeriden ermöglichten es, Witterungsverläufe verschiedener Orte und Jahre miteinander zu vergleichen. Böckmanns eigene Veröffentlichungen verfolgen im Grunde denselben wissenschaftlichen Gedanken auf regionaler Ebene. Auch er wollte außergewöhnliche Winter nicht nur beschreiben, sondern durch Messwerte in eine längere Reihe einordnen. In seinem Bericht über die Winter 1798/99 und 1799/1800 berechnete er beispielsweise Mittelwerte und verglich die Winter miteinander. Er konnte dadurch Unterschiede in Dauer, Temperatur und Zahl der Frosttage sichtbar machen.
Die Bedeutung solcher Daten für die Landwirtschaft lässt sich besonders am Verhältnis von Temperatur und Pflanzenentwicklung erkennen. Böckmann beobachtete nicht nur abstrakte Zahlenwerte, sondern verband die meteorologischen Messungen mit sichtbaren Veränderungen in der Natur. So vermerkte er den Zeitpunkt des Getreide- und Weinblütenbeginns sowie die Auswirkungen kalter oder trockener Perioden auf die Vegetation. Wetterbeobachtung konnte damit zu einer Art langfristigem Gedächtnis der Landwirtschaft werden. Sie hielt fest, unter welchen Witterungsbedingungen Ernten früh oder spät einsetzten, wann Weinreben blühten oder wann Frost und Trockenheit Schäden verursachten.
Blitzschutz: Wissenschaft schützt vor Naturgefahren
Die praktische Bedeutung der Wetterkunde beschränkte sich jedoch keineswegs auf die Landwirtschaft. Ein besonders eindrucksvolles Beispiel ist der Schutz vor Bränden durch Blitzschlag. Im 18. Jahrhundert hatte die Erforschung der Elektrizität zu einem neuen Verständnis des Blitzes geführt. Benjamin Franklin und andere Naturforscher hatten gezeigt, dass Blitzerscheinungen mit elektrischen Vorgängen zusammenhängen. Damit entstand die Möglichkeit, Gebäude durch metallische Leiter zu schützen. In der Kurpfalz wurde diese Erkenntnis besonders konsequent praktisch umgesetzt.
Johann Jakob Hemmer beschäftigte sich intensiv mit Gewitterelektrizität und entwickelte, beziehungsweise verbesserte, einen fünfspitzigen Blitzableiter. In seiner „Anleitung, Wetterleiter an allen Gattungen von Gebäuden auf die sicherste Art anzulegen“ von 1786 beschreibt er nicht nur die physikalischen Grundlagen, sondern auch die praktische Ausführung solcher Anlagen. In der Vorrede bezeichnet er die Verbreitung des Blitzschutzes ausdrücklich als Aufgabe des Naturforschers. Er selbst habe aufgrund seiner Arbeiten im elektrischen Fach bereits zahlreiche Gebäude in verschiedenen Gegenden gegen den Blitz „bewaffnet“.
Hemmer konnte dabei auf konkrete Erfahrungen zurückgreifen. Er nennt eine große Zahl von Gebäuden, an denen Wetterleiter angebracht worden waren, darunter Kirchen, Schlösser, Rathäuser, Pulvermagazine und andere öffentliche Gebäude in Mannheim, Düsseldorf, Heidelberg, Schwetzingen, Homburg, Zweibrücken und weiteren Orten.
Besonders wichtig war die Sicherung der Pulvermagazine, denn ein Blitzeinschlag konnte dort nicht nur ein einzelnes Gebäude zerstören, sondern eine katastrophale Explosion verursachen. Hemmer berichtet, dass Gebäude, die zuvor wiederholt vom Blitz getroffen, beschädigt oder entzündet worden waren, nach der Anbringung von Wetterleitern vielfach keinen entsprechenden Schaden mehr erlitten. Der Kurfürst Karl Theodor unterstützte die Einführung des Blitzschutzes und ließ öffentliche Gebäude und insbesondere Pulvertürme mit solchen Anlagen versehen. Die Wetterleiter wurde damit von einem wissenschaftlichen Experiment zu einer staatlich geförderten Sicherheitsmaßnahme.
Auch Böckmann wirkte auf diesem Gebiet praktisch. Seine Arbeiten über Blitzableiter wurden später weitergeführt und erneut herausgegeben. Eine 1830 erschienene Karlsruher Ausgabe erklärt ausdrücklich, dass eine frühere, auf Befehl des Markgrafen Carl Friedrich von Böckmann verfasste Abhandlung über Blitzableiter rund fünfzig Jahre zuvor gedruckt worden war. Die von Böckmann entwickelte praktische Konstruktion sah unter anderem hohe Metallstangen und eine sichere Ableitung in die Erde vor. Damit wurde auch in Baden die wissenschaftliche Erkenntnis unmittelbar in technischen Gebäudeschutz umgesetzt.
Abb. 6: Konstruktionsskizzen der von Böckmann entworfenen Blitzableiter. In: Böckmann, Über Blitzableiter, 1830. Quelle: BLB.
Wissenschaft zum Nutzen der Gesellschaft
Besonders aussagekräftig ist die Tatsache, dass Hemmer und Böckmann nicht zwischen „reiner“ und „angewandter“ Wissenschaft im modernen Sinne trennten. Für sie gehörten Beobachtung, Erklärung und praktische Verbesserung zusammen. Wer die Eigenschaften des Blitzes erforschte, sollte auch dafür sorgen, dass Menschen und Gebäude besser geschützt wurden. Wer Temperatur und Niederschlag maß, konnte damit langfristig die Grundlagen für ein besseres Verständnis der natürlichen Bedingungen von Landwirtschaft und Landschaft schaffen.
Die Wetterkunde in Baden und der Kurpfalz war deshalb ein charakteristisches Produkt der Aufklärung. Sie beruhte auf der Überzeugung, dass Naturerscheinungen durch genaue Beobachtung, Messung und Vergleich verständlicher werden konnten. Böckmann repräsentierte dabei besonders die badische, in Karlsruhe verankerte Tradition der systematischen physikalischen Forschung. Hemmer machte aus der Meteorologie in Mannheim ein überregionales Organisationsprojekt. Die Societas Meteorologica Palatina verband Beobachter über große Entfernungen hinweg und schuf mit den einheitlichen Mannheimer Stunden, den standardisierten Instrumenten und den veröffentlichten Ephemeriden ein Verfahren, die Geschichte der Meteorologie prägten sollte.
Die Grenzen der frühen Wetterkunde
Zugleich darf man den Nutzen dieser Entwicklung nicht überschätzen. Die Menschen des 18. Jahrhunderts waren trotz wissenschaftlicher Fortschritte weiterhin den Naturgewalten ausgesetzt. Wetterbeobachtung konnte keine sichere Vorhersage moderner Art liefern und keine Ernte vor jedem Hagel oder Frost schützen. Ihr Wert lag zunächst darin, Wissen anzusammeln. Aus vielen einzelnen Beobachtungen konnten allmählich Erfahrungen und Vergleichsmöglichkeiten entstehen. Genau dies war die Voraussetzung für spätere Fortschritte der Klimatologie und Wetterprognose.
In Kürze startet eine Ausstellung in der Badischen Landesbibliothek zum Thema Brand und Katastrophe. Zündeln und Löschen in Baden 1700–1900. Diese läuft vom 3. November 2026 bis zum 24. März 2027 und hat ein umfangreiches Begleitprogramm. Die Ausstellung widmet sich u.a. auch dem Thema Blitzschutz in Baden.
Literatur
- Bauer, G., Hemmer, J. J., & Academia Domitor – Studienforum Johann Jakob Hemmer (Hrsg.). (2008). Johann Jakob Hemmer: Geistlicher, Sprachforscher, erfolgreicher Physiker, Meteorologe und Vollender des Blitzableiters. Zum 275. Geburtstag des Gelehrten. Shaker.
- Böckmann, C. W. (1801). Beitrag zur physischen Geschichte der merkwürdigen Winter der Jahre 1798 und 1799. Annalen Der Physik, 7(1), 1–32.
- Böckmann, J. L. (1781). Beyträge zur neuesten Geschichte der Witterungslehre: Erster Versuch. Maklot.
- Böckmann, J. L. (1784). Carlsruher Beyträge zur physischen Geschichte des ausserordentlichen Winters vom November 1783 bis April 1784. Macklot.
- Böckmann, J. L. (1787). Welche Fortschritte machten Mathematick und Naturlehre in den Badischen Ländern? In Abhandlungen bey der Jubelfeyer der Carlsruher Fürstenschule wegen ihrer vor 200 Jahren 1586 zu Durlach geschehenen Stiftung. Macklot.
- Böckmann, J. L. (1830). Über Blitzableiter: Eine Abhandlung. Braun.
- Budde, K. & Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (1993). Wirtschaft, Wissenschaft und Technik im Zeitalter der Aufklärung: Mannheim und die Kurpfalz unter Carl Theodor. Verl. Regionalkultur.
- Cappel, A. (1979). Das Wetter und seine Aufklärer. Johann Jakob Hemmer in Mannheim. Photorin: Mitteilungen der Lichtenberg-Gesellschaft, 10/86, 14–26.
- Cassidy, D. C. (1985). Meteorology in Mannheim: The Palatine Meteorology Society, 1780–1795. Sudhoffs Archiv: Zeitschrift für Wissenschaftsgeschichte., 69. (1985) (1), 8–25.
- Hemmer, J. J. (1782). Kurzer begriff und nuzen der Wetterleiter bei gelegenheit derjenigen, di auf dem schlosse, und den übrigen kurfürstlichen gebäüden zu Düsseldorf errichtet worden sind. Stahl.
- Hemmer, J. J. (1786). Anleitung, Wetterleiter an allen gattungen von gebäuden auf di sicherste art anzulegen.
- Hemmer, J. J. (1789). Verhaltungsregeln, wenn man sich zur Gewitterzeit in keinem bewafneten Gebäude befindet. Hof- und Akademie-Buchdruckerei.
- Kistner, A. (1930). Die Pflege der Naturwissenschaften in Mannheim zur Zeit Karl Theodors. Selbstverl. d. Mannheimer Altertumsvereins.
- Kleiss, M. (1981). 200 Jahre Societas Meteorologica Palatina. Mannheimer Hefte, (1), 26–29.
- Reimarus, J. A. (1778). Vom Blitze. Bohn.
- Societas Meteorologica Palatina (1781–1792). Ephemerides Societatis Meteorologicae Palatinae: Observationes anni.
- Stephan, F. J. (2017). Johann Jakob Hemmer: 1773-1790: Kurfürstlicher Hofkaplan in Mannheim, Sprachreformer, Physiker und Meteorologe: Ein Gelehrter in praktischer Absicht: Lebensbeschreibung aus der Sicht eines Familienforschers. Cardamina Verlag Susanne Breuel.
- Wesp, U. (1994). Johann Jacob Hemmer und die Societas Meteorologica Palatina. LTA-Forschung, Die Pflege der Naturwissenschaften in der Kurpfalz im 18. Jahrhundert: Vortragsreihe zur LTA-Ausstellung: Von Sternfindern, Blitzfängern und Luftballen, (19), 57–64.