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Herzlich willkommen im Blog der Badischen Landesbibliothek! Hier finden Sie Beiträge rund um badische Landeskunde, Geschichte und Kultur – mit einem Schwerpunkt auf Personen, Orte und Themen, die einen Bezug zur Badischen Landesbibliothek oder ihren Beständen haben.

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Kontakt: Dr. Michael Fischer

Träume, Wunder, Abenteuer

Zu sehen ist ein geöffnetes Buch, links ist eine Skizze einer Ruine bei Rom zu sehen, sowie ein Zitat von Baumberg, auf der rechten Seite befindet sich die Titelseite des Buches.

Abb. 1: Tage-Buch einer Reise nach Italien, im Jahr 1794. Gedruckt zum Besten der Armen, Mannheim: Schwan, 1802, Badische Landesbibliothek, 115 B 3268.

Henning Ohst, 20.5.2026

DOI: https://doi.org/10.58019/EV9Z-YR65

Ein unbekannter Autor veröffentlichte im Jahr 1802 das Tagebuch einer Italienreise, die er 1794 unternommen hatte – anonym und ausdrücklich zum Besten der Armen gedruckt. Sein Versprechen an die Leserschaft war ungewöhnlich offen: Wer das Buch lese, erspare sich die Mühe und das Risiko, selbst nach Italien zu reisen, denn alles werde so deutlich dargestellt, als ob man es selbst sähe. Die Reisekosten, die Strapazen, die Gefahr, unterwegs bestohlen zu werden oder krank zu werden – all das entfalle.

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Augusta Bender I: Zwischen Heimat und Welt

Zu sehen ist eine schwarz-weiße Porträtfotografie von Augusta Bender im Alter von 24 Jahren.

Augusta Bender im Alter von 24 Jahren. Aus: Bender, Augusta: Auf der Schattenseite des Lebens II (1914), Frontispiz. Quelle: BLB.

Elena Henn, 2.6.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/H35J-8A97

Am 16. September 1924 starb Augusta Bender nach einem sehr bewegten Leben in einem Altersheim in Mosbach – die heutzutage beinahe Vergessene war unter anderem Heimatschriftstellerin, aber auch Lehrerin, Tierschützerin und Frauenrechtlerin. Sie sprach vier Sprachen, interessierte sich sowohl für Kultur und Volkskunde als auch für Psychologie und Philosophie, auch mit naturwissenschaftlichen Themen war sie nicht unvertraut. Doch weite Teile ihres Wissens musste sie sich selbst beibringen, denn ihre Ausgangsbedingungen waren als Frau im 19. Jahrhundert und als Bauerntochter alles andere als optimal. Ihr umfangreicher Nachlass, bestehend aus rund 40 Bänden Korrespondenzen, Werkmanuskripte und -abschriften, Autobiographisches sowie Familiendokumente, befindet sich heute in der Badischen Landesbibliothek. Weitere Teile des Nachlasses befinden sich im Stadtarchiv Mosbach.

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Joß Fritz IV: abendliche Lektüre

Zu sehen ist eine Collage, die aus einem freigestellten Bild der Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach im Vordergrund und einer mittelalterlichen Karte im Hintergrund besteht.

Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach vor der im 16. Jahrhundert entstandenen Schwarzwaldkarte Silva Nigra des Kartographen Sebastian Münster (1488–1552, BLB, Go 88 cart), Quelle: BLB.

Nina Haubus, 16.4.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/TGR5-V576

Anlässlich der Veranstaltung „Joß Fritz – Rebell, Agitator und Phantom vom Oberrhein“ im Rahmen des 500. Jahrestages des Deutschen Bauernkrieges erscheint im BLBlog eine Artikelserie zur literarisch-künstlerischen Bearbeitung der historischen Figur des Joß Fritz und der Bundschuh-Bewegung.

Heute kennt nahezu jeder Schüler Wilhelm Tell – den legendären Schweizer Freiheitskämpfer – als Hauptfigur in Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell. In seinem Werk verknüpft der Dichter die berühmte Gestalt mit historischen Ereignissen wie der Entstehung der Schweizer Eidgenossenschaft und dem Schweizer Bauernkrieg. Die Bauern, die sich damals erhoben, kämpften nicht nur gegen soziale Ungerechtigkeit. Ein zentrales Anliegen war auch die Wiederherstellung der sogenannten Reichsunmittelbarkeit. Das bedeutete, dass sie sich direkten Schutz und Einfluss durch den Kaiser erhofften – ohne die machtvolle Zwischeninstanz der Landesherren, die häufig ihre eigenen Interessen verfolgten.

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Joß Fritz III: Ost und West

Zu sehen ist eine Collage, die aus einem freigestellten Bild der Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach im Vordergrund und einer mittelalterlichen Karte im Hintergrund besteht.

Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach vor der im 16. Jahrhundert entstandenen Schwarzwaldkarte Silva Nigra des Kartographen Sebastian Münster (1488–1552, BLB, Go 88 cart), Quelle: BLB.

Thomas Adam, 4.4.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/h8n7-zk30

Anlässlich der Veranstaltung „Joß Fritz – Rebell, Agitator und Phantom vom Oberrhein“ im Rahmen des 500. Jahrestages des Deutschen Bauernkrieges erscheint im BLBlog eine Artikelserie zur literarisch-künstlerischen Bearbeitung der historischen Figur des Joß Fritz und der Bundschuh-Bewegung.

Walter Schürenberg, Rezensent des Tagesspiegels, machte 1948 eine gewisse Nähe aus zwischen der Blut-und-Boden-Literatur der Nationalsozialisten und linker Revolutionsdichtung – und sah dies als einen deutlichen Beweis dafür, „dass jede große revolutionäre Bewegung [...] den Ideologien als usurpierte Vehikel in schier unbegrenzter Vertauschbarkeit und Mimikry gerade recht sind“.

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Joß Fritz II: Nationalismus und Exilliteratur

Zu sehen ist eine Collage, die aus einem freigestellten Bild der Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach im Vordergrund und einer mittelalterlichen Karte im Hintergrund besteht.

Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach vor der im 16. Jahrhundert entstandenen Schwarzwaldkarte Silva Nigra des Kartographen Sebastian Münster (1488–1552, BLB, Go 88 cart), Quelle: BLB.

Thomas Adam, 20.3.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/FS1M-VK14

Anlässlich der Veranstaltung „Joß Fritz – Rebell, Agitator und Phantom vom Oberrhein“ im Rahmen des 500. Jahrestages des Deutschen Bauernkrieges erscheint im BLBlog eine Artikelserie zur literarisch-künstlerischen Bearbeitung der historischen Figur des Joß Fritz und der Bundschuh-Bewegung.

In der ideologisch aufgeladenen ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerät der Bauernführer Joß Fritz endgültig zwischen alle Stühle – oder um es deutlicher zu sagen: von den Eiferern aller Schattierungen wird er auf ihre jeweilige Seite gezwungen. Ob Rechts oder Links, alle versuchen, die Erinnerung an den konspirativen Bundschuh und seinen „Mastermind“ aus Untergrombach für sich zu vereinnahmen. Vor dem Hintergrundmotiv des Bauernkrieges werden Joß Fritz nun Worte und Parolen in den Mund gelegt, die Schlagworte der jeweiligen Zeit und politischen Ideologie sind, nicht aber die eines Menschen der Epochenschwelle um 1500.

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Joß Fritz I: Literatur des 19. Jahrhunderts

Zu sehen ist eine Collage, die aus einem freigestellten Bild der Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach im Vordergrund und einer mittelalterlichen Karte im Hintergrund besteht.

Statue von Joß Fritz am Joß-Fritz-Brunnen in Untergrombach vor der im 16. Jahrhundert entstandenen Schwarzwaldkarte Silva Nigra des Kartographen Sebastian Münster (1488–1552, BLB, Go 88 cart), Quelle: BLB.

Thomas Adam, 28.2.2025

DOI: https://doi.org/10.58019/bkv5-b578

Anlässlich der Veranstaltung „Joß Fritz – Rebell, Agitator und Phantom vom Oberrhein“ im Rahmen des 500. Jahrestages des Deutschen Bauernkrieges erscheint im BLBlog eine Artikelserie zur literarisch-künstlerischen Bearbeitung der historischen Figur des Joß Fritz und der Bundschuh-Bewegung.

Sein „Nachruhm“ hat schon etwas Seltsames: Von kaum einer historischen Gestalt der Frühneuzeit ist weniger Gesichertes bekannt als über den Bauernführer Joß Fritz, geboren um 1470 in Untergrombach bei Bruchsal, gestorben vielleicht um das Jahr 1525, aber wohl kaum in einer der blutigen Schlachten des Bauernkrieges. Die Biografie des Joß Fritz ist die Vita eines Mannes, dessen Wirken, ja überhaupt dessen reale Existenz eigentlich nur für vier kurze Momente greifbar wird: jeweils für einige wenige Monate der Jahre 1502 und 1513, vage noch einmal 1517. In diesen Jahren versucht er Aufstände unter dem Zeichen des Bundschuh zu organisieren: Zuerst um Bruchsal, dann im Breisgau bei Freiburg und schließlich im gesamten Oberrheingebiet. Sein letztes Auftauchen in historischen Quellen ist eine fast geisterhafte, vielleicht von einem Chronisten frei erfundene Erscheinung des alternden Bundschuhführers am Vorabend des Bauernkrieges 1524/25. Keine seiner Verschwörungen ging je in einen offenen Aufstand über, alle wurden sie im Stadium der Planung verraten und niedergeschlagen, und von einem Leben, das wohl fünfzig oder sechzig Jahre währte, sind insgesamt kaum für die Dauer eines Jahres festere Umrisse zu gewinnen.

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Heinrich Vierordt I: Kriegsdichtung

Die Abbildung zeigt eine Zeichnung von Heinrich Vierordt (1845-1945) vor der Pyramide auf dem Karlsruher Marktplatz von 1935.

Zeichung von Heinrich Vierordt auf dem Karlsruher Marktplatz. Aus: Der Führer am Sonntag vom 29. September 1935 – zum Digitalisat.

Michael Fischer, 30.10.2024

Der Name Vierordt ist vielen Karlsruhern ein Begriff: der Bau des Vierordtbades in der Karlsruher Innenstadt wurde durch eine Spende des Bankiers Heinrich Vierordt ermöglicht und trägt seit 1873 ihm zu Ehren seinen Namen. Sein Enkel mit dem gleichen Namen ist allerdings heute weitgehend in Vergessenheit geraten. Zu seinen Lebzeiten war der Karlsruher Heimatdichter Heinrich Vierordt (1855–1945) sehr populär. Er hat im Laufe der Jahrzehnte eine sehr unterschiedliche Rezeption erfahren – vom allseits geachteten Verfasser badischer Heimatgedichte über den nationalistischen Kriegsdichter zum Befürworter der nationalsozialistischen Diktatur. Eine öffentliche Kontroverse um seine historische Bewertung veranlasste die Stadt Karlsruhe 2017, die nach ihm benannte Straße in Karlsruhe-Palmbach auf den Großvater umzuwidmen.

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Wir feiern Johannes Reuchlin!

Porträt von Johannes Reuchlin, 18. Jh., Badische Landesbibliothek, Graph Slg 3230 (an den rechten Rand)

Porträt von Johannes Reuchlin, 18. Jh., Badische Landesbibliothek, Graph Slg 3230 (an den rechten Rand), Quelle: BLB.

Kira Epple, 2.8.2022

DOI: https://doi.org/10.58019/q2d8-xf75

Anlässlich des 500. Todestags des Humanisten Johannes Reuchlin (1455–1522) veröffentlicht die Badische Landesbibliothek eine virtuelle Ausstellung und feiert damit sein Lebenswerk. Bekannt wurde Johannes Reuchlin durch seine Arbeit mit der hebräischen Sprache, seine Verdienste im christlich-jüdischen Dialog und durch seine große Bibliothek, deren Reste im Bestand der Badischen Landesbibliothek erhalten sind. Alle zwölf noch bekannten Handschriften aus Reuchlins Besitz sind vollständig digitalisiert und in den Digitalen Sammlungen zu finden. Durch die Erschließung einer neuen Wissenschaft, der Hebraistik, steht Johannes Reuchlin beispielhaft für die Epoche der Renaissance. Sein Leben war geprägt von verschiedenen beruflichen Tätigkeiten, so war er Jurist, Diplomat, Philologe, Philosoph, Gräzist und Hebraist. Heute gilt er vor allem auch als Vorreiter religiöser Toleranz.

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